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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Mit der DLRG Bad Zwischenahn auf dünnem Eis

06.03.2018

Bad Zwischenahn Nein, vertrauenerweckend sah das Eis in der Mitte des Zwischenahner Meeres am Sonntag nicht aus. Risse, Luftblasen und Einschlüsse waren zu sehen. Tim Jensch, Stefan Wirwal, Nico Reiners, Moritz Pollehn und Max Gerken von der DLRG Bad Zwischenahn bewegten sich trotzdem angstfrei. Denn erstens steckten sie in dicken Schutzanzügen und waren mit Leinen gesichert, zweitens hatten sie genau im Blick, wo das Eis trägt – und wo nicht. Der NWZ-Redakteur war da – trotz Schutzanzug und Leine – deutlich vorsichtiger.

Einige hundert Meter hatte das Luftkissenboot „Adler Ammerland 72-77-5“ die Gruppe aufs Eis hinaus gebracht. Der laute Motor des Hovercraft lockte am Samstag und Sonntag viele Menschen ans Ufer, die von dort die Eisrettungsübungen der DLRG beobachteten.

An diesem Sonntagnachmittag durfte zuerst Max Gerken ein Bad nehmen. Er ließ sich an einer eisfreien Stelle ins Wasser rutschen. Auf dem Bauch robbte Tim Jensch mit dem „Spineboard“, einem Rettungsbrett aus Kunststoff, zu ihm und ließ sich ebenfalls ins Wasser gleiten. Schnell war Gerken festgeschnallt und vom Boot aus zog Moritz Pollehn „Opfer“ und „Retter“ zum Boot. Das Brett mit Gerken wurde auf dem Boot befestigt, der Motor heulte auf und Adler Ammerland glitt auf die Station in Rostrup zu. Im Ernstfall würde dort jetzt schon ein Rettungswagen auf das Opfer warten. An diesem Tag drehte das Boot noch einmal um – denn jetzt soll auch der NWZ-Redakteur ins Wasser.

Rückwärts und auf allen vieren taste ich mich an die Eiskante heran. Und dann geht alles ganz schnell: Ohne Vorwarnung sackt das Eis unter mir weg. Für einen Sekundenbruchteil bin ich mit dem Kopf unter Wasser, dann zieht mich der luft- und wasserdichte Anzug wieder nach oben, und ich liege auf dem Rücken auf der Wasseroberfläche. Hätte ich normale Winterkleidung an, würde die sich mit dem eiskalten Wasser voll saugen und mich nach unten ziehen. Schon nach wenigen Minuten wäre kaum eine Bewegung mehr möglich.

Vor Wasser und Kälte geschützt, soll ich jetzt versuchen, mich selbst zu retten. Und das ist schon unter diesen vergleichsweise komfortablen Bedingungen schwer.

Immer, wenn ich meinen Oberkörper auf das Eis gezogen habe, bricht es wieder unter mir weg. Moritz Pollehn schiebt einen „Eisretter“ zu mir rüber. Die zwei mit einer Schnur verbundenen Griffe mit dünnen Stahlspitzen kann ich in das Eis rammen und mich daran herausziehen. Das klappt gut, wenig später stehe ich wieder. „Manche Schlittschuhläufer nehmen dieses Gerät mit aufs Eis, für den Fall, dass sie einbrechen“, sagt Pollehn. Für die DLRG-Profis bietet das Gerät aber eine trügerische Sicherheit. „Es wird schon schwer, das überhaupt aus einer Jackentasche heraus zu bekommen, wenn man im Wasser ist und friert.“

Viel wahrscheinlicher als eine Selbstrettung eines Eingebrochenen auf dem Meer wäre, dass die Retter das Luftkissenboot aufs Eis bringen müssen – ohne zu wissen, ob sie rechtzeitig kommen. Mit den deutlichen Plus-Graden seit Montag dürfte zum Glück auch bei den unvernünftigsten Menschen die Neigung verschwunden sein, sich aufs Eis zu wagen. Und die Retter aus Rostrup sind froh, dass sie die Gelegenheit hatten, für den Ernstfall zu trainieren, der hoffentlich nicht kommt.

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Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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