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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Was tun bei einem Wildunfall?

15.10.2019

Edewecht Gerade noch laut im Auto zu dem neuen Lied mitgesungen. Doch auf dem Heimweg über die Landstraße zerstört ein vorbeihuschendes Reh jäh die gelöste Stimmung. Abbremsmanöver, Quietschen, Schreck und dann: Bumm. Nichts zu machen. Diese Situation wünscht sich niemand und dennoch kommt sie beinahe täglich vor. Doch wie handelt der Unfallverursacher eigentlich richtig, wenn ein Wildtier vor sein Auto gelaufen ist? Wen ruft er in einer solchen Situation an? Und was mache ich mit Wildtieren, die ich lebend, aber hilflos finde?

Tier angefahren – Was tun?

In allen Fällen sollte direkt nach dem Unfall die Polizei verständigt werden. Die Beamten wissen, welcher Jagdpächter zuständig ist. Dieser wird sich um größere Tiere kümmern. Sind kleinere oder Haustiere betroffen, können die nach dem Anruf bei der Polizei zum Arzt gebracht werden.

Kontakt: Die Wildtierstation in Rastede ist unter Telefon  0 44 02/98 54 44 erreichbar.

Bei dem Anfahren eines Haustiers ist es ratsam, den tierärztlichen Notdienst aufzusuchen. Ein kleiner Chip kann aufklären, wem das Tier gehört.

Wichtigste Regel ist: Ruhe bewahren. „Und dann sollte man in allen Fällen die Polizei verständigen“, macht Stephan Klatte, Pressesprecher der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland, deutlich. Dabei sollte nur die 110 gewählt werden, wenn es einen wirklichen Notfall gibt, also jemand verletzt oder die Straße blockiert ist. „Ansonsten kann die jeweilig zuständige Dienststelle weiterhelfen“, klärt Stephan Klatte weiter auf. Selbst, wenn ein Wildtier angefahren wurde und weiterläuft, sei es wichtig, die Polizei zu informieren. „Der Unfallhergang und der genaue Unfallort sind für die anfallenden Kosten von Bedeutung“, erzählt er. Wer bei Wildunfällen zahlen muss, ist nicht eindeutig zu sagen. Die jeweiligen Konditionen der Versicherung sind hier entscheidend.

Ist ein Wildtier betroffen, muss auch der jeweilige Jagdpächter informiert werden, das erklärt Henning Wempen, der stellvertretende Kreisjägermeister der Jägerschaft im Ammerland. „Meistens ist ja nach einem Wildunfall auch ein Schaden am Auto, daher ist die Polizei natürlich die erste Anlaufstelle.“ Die Polizei wisse im Zweifel auch, welcher Jagdpächter oder welches Veterinäramt zuständig sei.

Vögel, Igel und Eichhörnchen gehören zu den geschützten Arten, diese dürfen zwar vorübergehend gesund gepflegt, doch danach nicht in Gefangenschaft gehalten werden. „Wenn ein größeres Tier verletzt ist, aber noch fortlaufen kann, dann ist es sehr wichtig, dass der Unfallverursacher den genauen Ort des Unfalls beschreiben oder zeigen kann“, nimmt Wempen Bezug auf ein Detail. „Wir würden dann mit einem Fährtensuchhund zu der Stelle fahren und hoffen, dass wir dem Wildtier folgen können.“ Es sei natürlich generell schwierig, ein Wildtier einzufangen, um es zu behandeln oder es sich genauer anzuschauen. „Doch wenn es schwer verletzt ist, können wir es immerhin erlösen“, sagt der Experte. Seien geschützte Tiere betroffen, so Wempen – darunter falle neben den oben genannten auch der Wolf – so sei in allen Fällen das Veterinäramt zu informieren.

Wichtig nach einem Unfall mit einem Wildtier ist der Eigenschutz. Wildtiere könnten Überträger von Infektionen sein. Dicke Schweißer-Handschuhe seien angebracht, um Wildtiere anzufassen, ebenso können eine Decke, ein Handtuch oder ein altes Kleidungsstück helfen.

Wempen ergänzt: „Jäger sind natürlich nur für Wildtiere zuständig und dürfen auch nur bei diesen handeln. Sind Haustiere betroffen, dürfen wir Jäger nicht eingreifen.“ Bei Haustieren ist der Ablauf nach dem Unfall deshalb etwas anders als bei einem Wildtierunfall.

„Zunächst einmal muss der Halter des Tieres ermittelt werden“, sagt die Tierärztin Katharina Schneede von der Tierärztlichen Gemeinschaftspraxis in Edewecht. „Es ist sinnvoll, das angefahrene Haustier zum Tierarzt zu bringen, da einige von den Tieren einen Chip tragen“, berichtet die Tierärztin. Der könne ausgelesen werden und verrate den Halter. Allerdings sei es auch gefährlich, sich einem angefahrenen Haustier zu nähern, da es eventuell beißen und sich wehren könnte.

Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Michael Diederich Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
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