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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Giftköder-Alarm versetzt Tierbesitzer in Angst

16.06.2017

Ocholt Was ist da los im Ocholter Denkmalwald? Legt ein Unbekannter tatsächlich Giftköder aus, um Katzen und Hunde zu töten? Oder sind die Warnhinweise, die einige Tage lang auch entlang von Schul- und Industriestraße hingen ein ganz übler Scherz, um Tierbesitzer in Angst und Schrecken zu versetzen?

Die Warnungen vor einem unbekannten, in schwarz gekleideten Mann, der in Ocholt Giftköder auslegt, wurde zu erst im Internet verbreitet. Auf der Facebook-Seite „Spottet: Westerstede und umzu“ postete ein unbekannter Nutzer: „Hey, ich habe gerade von meinem Nachbarn erfahren, dass in Ocholt im Denkmalwald (Grundschule-Dorma) und umzu Giftköder ausgelegt wurden. Deren Kater ist letzte Nacht dran verstorben Ich möchte hiermit andere warnen, bevor noch mehr Tiere umkommen müssen. Haltet eure Hunde an der Leine und achtet auf eure Vierbeiner. Falls jemand Typen mit komplett schwarzen Sachen sieht, der auf den Straßen oder Wäldern/Waldwegen kleine Beutel oder Dosen oder ähnliches versteckt, sollte die Polizei sofort eingeschaltet werden. Die Wst’ler Polizei wurde zu der Sache schon aufmerksam und es könnte in Ocholt und näheren Umgebung öfter Streife-Fahrten kommen.“

197-mal wurde der Beitrag über Facebook geteilt, immer weiter vor dem Giftköder-Mann gewarnt. Irgendwer druckte den Beitrag mehrfach aus, steckte die Zettel in Klarsichthüllen und klebte die Warnungen an Bäume und Straßenlaternen.

Doch was ist überhaupt dran an dieser Warnung? Gibt es den großen Unbekannten wirklich? „Wir wissen es nicht“, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Polizei Westerstede auf Nachfrage. Die Beamten selbst seien von besorgten Hundebesitzer auf den Internetbericht und die in Ocholt aufgehängten Zettel aufmerksam gemacht worden. Weder der Besitzer der angeblich vergifteten Katze noch der Augenzeuge, der einen schwarz gekleideten Mann beim Auslegen von Ködern beobachtet haben will, hätten sich bei der Polizei gemeldet. Dennoch nahmen die Beamten den Internethinweis ernst, fuhren nach Ocholt, suchten entlang der Straßen und im Unterholz nach möglichen Ködern – ohne Erfolg. Die Beamten hakten bei der Stadt Westerstede nach, ob möglicherweise von Seiten der Verwaltung eine Firma beauftragt worden sei, Rattengift auszulegen. Doch die Stadt verneinte. Und auch sonst gab es keine Erkenntnisse von privat durchgeführten Rattengiftauslegungen.

Schlussendlich wurden jetzt die Zettel in Klarsichthüllen von der Polizei abgehängt, damit nicht weiter unter den Hunde- und Katzenbesitzern Ängste geschürt werden. Zwar räumte der Polizei-Sprecher ein, dass diese Entscheidung eine Gratwanderung sei, schließlich könne es immer noch sein, dass die Warnung der Wahrheit entspricht. Doch die Beamten gehen derzeit von einer Falschmeldung aus. Sollte es doch den Besitzer der vergifteten Katze geben, so wird dieser gebeten, sich bei der Polizei Westerstede zu melden. Gleiches gilt für den Verfasser des Facebook-Berichts, der aufgefordert wird, eine Aussage zu machen – insbesondere zu dem unbekannten Mann. Der Post bei Facebook wird wohl vorerst noch weiter verbreitet. Neue Hinweise finden sich dort jedoch nicht.

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