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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Hier steht keine auf dem Schlauch

22.03.2019

Godensholt „Möglicherweise befürchteten langjährige Kameraden der Godensholter Feuerwehr, dass Frauen in der Feuerwehr das Feuerwehrfahrzeug in Pink streichen lassen wollen“, lacht Miriam Sassen. „Aber das ist nach wie vor feuerwehrrot.“

Miriam Sassen (33) gehört neben Mandy Raudßus (29), Tomke Wemken (25) und Meike Flessner (23) zu jenen, die Geschichte in der Godensholter Wehr schreiben: Die vier Frauen sind die ersten in der Einheit. Godensholt gehörte lange zu den wenigen Ammerländer Wehren, die noch keine weibliche Unterstützung haben. Das jedoch ist jetzt anders.

Kollegen waren anfangs skeptisch

„Auch wenn einige Kollegen anfangs skeptisch waren, so sind wir heute alle froh darüber, dass wir eine gemischte Truppe sind und sich alle gemeinsam in diesem tollen Ehrenamt engagieren. Wir wünschen uns noch weitere Mitglieder, Frauen und Männer,“, sagt Godensholts Ortsbrandmeister Sönke Bölts.

Schon seit langem spielte die 29-jährige Mandy Raudßus mit dem Gedanken, in die Feuerwehr einzutreten. „Vor zwölf Jahren wollte ich zusammen mit meinem damaligen Freund in die Godensholter Feuerwehr, aber das klappte damals nicht“, berichtet die Augustfehnerin, die als Einkäuferin arbeitet. Die Godensholter Wehr sollte es sein. Sie selbst sei auch Mitglied des Godensholter Schützenvereins und finde die Gemeinschaft im Dorf einfach toll. „Über den Schützenverein kannte ich bereits einige Feuerwehrkameraden“, berichtet Mandy Raudßus. Später, als sie erneut Interesse bekundete, wohnte und arbeitete sie nicht in Godensholt, deshalb wurde sie nicht aufgenommen. „Im Juni vergangenen Jahres wurde ich dann beim Gemeindewettkampf der Aper Wehren gefragt, warum ich eigentlich nicht in der Feuerwehr sei – und dann trat ich sofort ein.“

Vieles ist zu lernen

Beim ersten Dienstabend sei es um Brunnen- und Hydrantenpflege gegangen, man habe zu ihr gesagt, sie solle sich eine Feuerwehrjacke nehmen und mitkommen. Gleich am ersten Abend habe sie vieles gelernt, weil die Kameraden sehr hilfsbereit seien. Alles rund ums Löschwesen finde sie interessant und sie lerne bei jedem Dienstabend vieles dazu, berichtet die 29-Jährige, die derzeit parallel zum Berufsalltag den Grundlehrgang für Feuerwehrleute besucht.

Seit dem 1. Oktober 2017 ist Miriam Sassen bei der Wehr. „Auch ich bin im Godensholter Schützenverein und dort Sportschützin, aber ich suchte eine neue Herausforderung“, erzählt die 33-Jährige, die im elterlichen Unternehmen in Godensholt als Bestatterin arbeitet. Zwar seien ihr Opa und ein Onkel Mitglieder der Feuerwehr gewesen, trotzdem habe es früher kaum Berührungspunkte mit der Feuerwehr gegeben, obwohl auch das Feuerwehrhaus in unmittelbarer Nähe ihres Zuhauses gelegen habe. Das änderte sich, als Schützenvereinsmitglieder an einem Erste-Hilfe-Kursus der Wehr teilnahmen. Als die Feuerwehr schließlich über die Dorfzeitung weitere Mitglieder suchte, hätten sie und Tomke Wemken Interesse bekundet.

„Es macht einfach großen Spaß, in der Freiwilligen Feuerwehr zu sein. Die Kameradschaft bei uns ist toll, man unterstützt sich gegenseitig und hat ein gutes Gefühl bei diesem Engagement. Ich engagiere mich hier, weil ich selbst auch möchte, dass mir bei einem Unfall oder Brand geholfen wird“, sagt die 25-jährige Tomke Wemken, die als kaufmännische Mitarbeiterin arbeitet. Das Bedürfnis, anderen in Notsituationen zur Seite zu stehen, ist auch die Triebfeder für das Engagement der anderen Feuerwehrfrauen.

Hauptsache Hilfe

„Wie sagte ’mal ein älterer Feuerwehrkamerad zu mir: Es ist doch völlig egal, ob mir in einer Notsituation eine Feuerwehrfrau oder ein Feuerwehrmann hilft, Hauptsache, man hilft mir“, berichtet Miriam Sassen, die anderen nicken.

Und was wurde pinkfarben, seit Frauen in der Godensholter Wehr sind? Mandy Raudßus hat neue Feuerwehrhandschuhe mit schwarzen und pinken Streifen. „Wir haben uns bewusst für unterschiedliche Farben entschieden“, lacht sie, „dann können wir unsere Handschuhe schneller und besser unterscheiden.“ Das Feuerwehrfahrzeug bleibe jedoch rot.

49 Frauen und Mädchen gehören zu den Aper Wehren

Lang ist es her: Die ersten Feuerwehrfrauen in der Gemeinde Apen wurden, so Gemeindebrandmeister Hartmut Bollen, 1976 in den Kreisverpflegungszug der Einheit Apen aufgenommen. Sie erledigten als Feuerwehrassistentinnen Arbeiten beim Aper Kreisverpflegungszug, der Feuerwehrleute (und andere) bei unterschiedlichen Anlässen beköstigt. An Einsätzen durften die Feuerwehrassistentinnen nicht teilnehmen.

Das änderte sich 1978, als das niedersächsische Brandschutzgesetz reformiert wurde. Seitdem konnten Frauen in Feuerwehren aufgenommen werden, sechs waren es bereits damals in Apen. Mit Irmgard Cordes und Helga Schön sind noch zwei Alterskameradinnen aus den Anfängen dabei.

1991 wurde in der Aper Jugendfeuerwehr unter den damaligen Jugendfeuerwehrwarten Hartmut Bollen und Jens Cordes das erste Mädchen aufgenommen. Janina Ulken war nicht nur in Apen das erste Feuerwehr-Mädchen, sondern auch in der Gemeinde und sogar im Landkreis Ammerland.

In den vier Wehren der Gemeinde (Apen, Bokel-Augustfehn, Godensholt, Nordloh-Tange) gibt es derzeit neben 174 aktiven Feuerwehrmänner, 44 Jungen und 50 Alterskameraden 49 weibliche Mitglieder, davon 29 aktive Feuerwehrfrauen, 14 Mädchen und drei Alterskameradinnen. Die Jugendlichen gehören zu den Jugendwehren Apen und Bokel-Augustfehn.

Wie Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr ergänzt, engagieren sich landkreisweit 158 aktive Feuerwehrfrauen und 1545 aktive Feuerwehrmänner. Feuerwehrfrauen gibt es in vielen Wehren bis auf Kayhauserfeld und Spohle.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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