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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Ein Leben bei der Wehr

09.01.2018

Jeddeloh Ii „Wenn Alarm war, musste ich mit dem Fahrrad fünf Kilometer bis zur Feuerwache fahren. Und wenn das Auto dann weg war, fuhr ich mit dem Rad weiter bis zur Brandstelle.“ Wenn August Behrens erzählt, wie es vor 70 Jahren war, als er zur Feuerwehr Jeddeloh II kam, horcht so mancher seiner Kameraden auf. 1948 gab es die technische Ausrüstung nicht, die heute bei Bränden und Verkehrsunfällen eingesetzt wird.

„Damals hatten wir vor allem Brände zu bekämpfen, was nicht immer ganz einfach war. Bei einem Moorbrand mussten wir die Pumpe erst über einige hundert Meter tragen, um sie dann gezielt einsetzen zu können“, beschreibt Behrens eine der vielen Situationen, die seinerzeit mit Kreativität und auch Kraft gelöst werden konnten. „Verkehrsunfälle gab es damals noch nicht so oft, dennoch hatten wir auch mit Toten zu tun.“ Schon zu seinen Anfangszeiten erlebte er Situationen, an die er sich heute nur ungern erinnert.

Vom Vater mitgenommen

Mit 16 Jahren trat der heute 86-Jährige der Freiwilligen Feuerwehr in Jeddeloh II bei. „Mein Vater war damals auch bei der Feuerwehr. Manchmal hatte er mich in das alte Spritzenhaus vorn am Langendamm mitgenommen. Und so kam ich dann auch dazu.“ Sein offizielles Eintrittsdatum: 1. Januar 1948. „Wir selbst wohnten damals in Ostland, wo meine Eltern Landwirtschaft betrieben. Ich wollte gern Schlosser werden, doch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es kaum Materialien, um als Schlosser zu arbeiten oder gar ausgebildet zu werden“, erinnert sich Behrens, der den Rang eines Hauptfeuerwehrmannes hat.

Er war erst in der Landwirtschaft seiner Eltern und später als Mischmeister in einem Betonwerk tätig. Mit seiner Frau Liselotte, die sein ehrenamtliches Engagement als Feuerwehrmann immer unterstützte, hat er einen Sohn, der allerdings nicht mehr im Ammerland wohnt.

„Es war ja damals nicht ganz ungefährlich. So etwas wie Schutzkleidung hatten wir nicht. Wir trugen bei der Brandbekämpfung so eine Art Kittel und natürlich unsere ganz normalen Schuhe. Atemschutzgeräte gab es früher ebenfalls nicht. Beim Hineingehen in ein verqualmtes Haus war es am besten, möglichst lang die Luft anzuhalten“, blickt Behrens zurück.

Das neue Feuerwehrhaus in Jeddeloh II bietet den Feuerwehrleuten alles, was der heutigen Zeit entspricht. August Behrens ist froh, dass die Kameraden so gut ausgestattet sind. Die Arbeit sei in den vergangenen Jahrzehnten bestimmt nicht einfacher geworden, weil auch die Anzahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr Jeddeloh II sehr stark zugenommen habe.

Immer noch dabei

Trotz der manchmal bedrückenden Erlebnisse hatte der 86-Jährige viel Spaß im Kreis seiner Kameraden. „Am besten waren die Hauptversammlungen, die feucht-fröhlich waren und meist bis in den frühen Morgen dauerten. Und auch der Feuerwehrball, der seinerzeit ein jährliches Großereignis im Dorf war, förderte die Kameradschaft.“

Noch heute ist der rüstige Rentner bei jeder Jahreshauptversammlung dabei, auch wenn die Treffen nun etwas ruhiger verlaufen. „Solange ich lebe, werde ich dieser Feuerwehr angehören, weil ich ein Teil von ihr bin“, sagt Behrens mit Nachdruck.

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