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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Millioneninvestitionen Nötig: Bei den Feuerwehren in Rastede brennt’s

27.11.2019

Kleibrok Ziemlich still war es am Montagnachmittag in der Aula der Kleibroker Grundschule, während Steffen Lutter zu den Mitgliedern des Feuerschutzausschusses und den zahlreich erschienenen Kameradinnen und Kameraden der Ortswehren sprach. Steffen arbeitet für die Orgakom-Gruppe und hatte im Vorhinein einen Feuerwehrbedarfsplan erarbeitet.

Und dieser hat es in sich: Millioneninvestitionen kommen auf die Gemeinde Rastede zu, um die Gerätehäuser der sechs Wehren (Rastede, Hahn, Ipwege-Wahnbek, Loy-Barghorn, Neusüdende, Südbäke) auf den neusten Stand zu bringen, erforderliche Ausrüstung anzuschaffen und Einsatzfahrzeuge auszutauschen. Auch wenn die Politiker schlucken mussten, allen war klar: Es besteht Handlungsbedarf. Und so war nach kurzer Diskussion die Empfehlung letztlich einstimmig. Die Beschlussvorlage lautet: „Die Verwaltung wird beauftragt, die sich aus dem Feuerwehrbedarfsplan ergebenen Konzepte zu erarbeiten.“

Größte Sorge: Südbäke

Wo zwickt es denn nun am meisten? „Das Feuerwehrhaus in Südbäke erfüllt die meisten Anforderungen nicht“, brachte es Lutter auf den Punkt. Das Durchfahrtstor, das normalerweise eine Breite von mindestens 3,60 Meter haben müsste, verfügt nur über eine Breite von 3,17 Meter. Auch hoch genug ist es nicht: „Statt vier Metern ist es nur 3,02 Meter hoch“, nannte Lutter die Fakten. Weitere Mängel in Südbäke: Zu wenig Lagerflächen, ungeeignete Zuwegung, kreuzende Verkehrswege. „Der Arbeitsschutz ist nicht gewährleistet“, zog Lutter ein Fazit und ergänzte: „Alle Ortswehren werden benötigt, daher sollte das Südbäker Feuerwehrhaus neu gebaut werden.“

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Auch das Gebäude der Ortswehr Rastede sei laut Lutter nicht ausgelegt für die Größe heutiger Feuerwehrfahrzeuge. Bei der Wehr in Hahn sei die Absauganlage außer Betrieb, diese Anlagen der anderen Wehren bildeten Stolperstellen. In Ipwege-Wahnbek werde die Schutzausrüstung unsachgemäß gelagert. „Wenn die Ausrüstung nicht abtrocknen kann und dann beim Einsatz getragen wird, kann es gefährlich werden“, machte Lutter die Dringlichkeit deutlich. „Die Feuchtigkeit wird durch die Hitze eines Feuers schlagartig aus der Kleidung entzogen. Das kann Brandblasen zur Folge haben oder zum Herzinfarkt führen.“

Mit Nachdruck sagte Lutter: „Die Gemeinde ist dafür zuständig, dass die Wehren gut ausgerüstet sind, hier muss etwas passieren.“ Auch was die Fahrzeuge angeht, besteht Modernisierungsbedarf. 16,3 Jahre sind die vorgehaltenen Fahrzeuge im Schnitt alt, empfohlen wird ein Durchschnittsalter von zehn Jahren. „Außerdem darf kein Fahrzeug ausfallen. Wenn eines in der Werkstatt ist, können die vorgegebenen Hilfsfristen nicht eingehalten werden.“

Kosten nicht zu schätzen

Der Berater kam zu den Finanzen: 385 000 Euro müssten allein in den Fahrzeugpark gesteckt werden – und zwar jährlich. Das bedeutet eine Summe von 4,2 Millionen Euro bis 2028. „Unabhängig von den erforderlichen baulichen Maßnahmen“, wie Lutter betonte. Diese, so erläutert Rastedes Pressesprecher Ralf Kobbe im Nachhinein auf Nachfrage, könnten zum jetzigen Stand noch nicht finanziell kalkuliert werden. Sicher sei aber jetzt schon, dass es „erhebliche Aufwendungen“ würden und die Gemeinde mit einem „zweistelligen Millionenbetrag“ rechne.

Steffen Lutter hatte indes auch einiges Positives zu berichten: „Sie haben eine schnelle Feuerwehr“, stellte er ein gutes Zeugnis aus. Alle Wehren seien leistungsfähig. Außerdem hob er lobend den guten Ausbildungsstand der Atemschutzgeräteträger hervor sowie die Jugendarbeit.

Ausschussvorsitzender Dieter Ahlers (CDU) sagte an Lutter gewandt: „Das hat uns die Augen geöffnet. Doch wir können all diese Anforderungen wohl nicht in einer Wahlperiode abarbeiten.“ Sein Parteikollege Reiner Wessels: „Allein die Datenerfassung war eine Mammutaufgabe. Und die Abarbeitung wird auch eine werden.“ Levent Süre (SPD) mahnte an: „Wir müssen die Investitionen richtig tätigen und die Konzepte genauestens beraten.“ Dr. Sabine Eyting (B90/Die Grünen) befand ebenso, dass jedes Feuerwehrhaus Stück für Stück angegangen werden müsse. „Es kann nicht sein, dass sich die Feuerwehrleute selbst gefährden.“

Bürgermeister Lars Krause begründete den Anwesenden zum Abschluss der Sitzung, weshalb die aufzuwendenden Kosten noch nicht im Haushaltsplan eingestellt sind: „Einen Nachtragshaushalt können wir immer noch angehen“, sagt er. „Doch wir wollten keine Gelder einplanen, die noch nicht gemeinsam beschlossen wurden. Mir geht es nicht darum, die Investitionen zu verschieben, sondern darum, einen genauen Plan zu machen.“

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Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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