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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Polizei geht von Brandstiftung aus

24.04.2019

Loy Im Fall des Scheunenbrandes am Osterwochenende in Loy geht die Polizei zurzeit von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung aus. „Wir arbeiten nach dem Ausschlussverfahren“, sagt Michael Rösner, Brandermittler bei der Polizei in Westerstede, und erklärt: „Eine natürliche Brandursache oder eine technische Ursache können wir ausschließen.“ Am Dienstag waren Rösner und sein Kollege Ralf Zimmermann vor Ort und untersuchten die Brandstelle.

Seit Mitte März hat es auf dem Grundstück an der Straße Zur Schanze am Ortsrand des Dorfes Loy nun schon dreimal gebrannt. Am Montag, 18. März, war bei Dacharbeiten ein Feuer im Dachstuhl des Wohnhauses ausgebrochen. Das Obergeschoss wurde damals fast vollständig zerstört. Diesen Fall konnten die Brandermittler bereits abschließen. „Hier ist alles eindeutig geklärt“, sagt Rösner.

Im Fall der beiden Brände am Osterwochenende dauern die Ermittlungen indes an. Zunächst war am Karsamstag gegen 9 Uhr ein Feuer in der zehn mal fünfzehn Meter großen Scheune auf dem Grundstück ausgebrochen. Am Ostersonntag stand dann gegen 13.10 Uhr wiederum der Dachstuhl des benachbarten Wohnhauses in Flammen. Nach dem Brand vom 18. März war das Gebäude noch unbewohnt.

Jetzt ist das Grundstück wieder mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Rösner und Zimmermann haben am Dienstag den Sachverhalt aufgenommen, die Brandstelle untersucht und erste Zeugen befragt. Den erneuten Brand des Wohnhauses schätzt Rösner nach den ersten Untersuchungen als Folge des Scheunenbrandes ein.

Hoher Schaden

„Wir haben ganz hinten auf dem Grundstück Kohlereste gefunden“, sagt der Brandermittler. Er gehe davon aus, dass durch den starken Wind kleinste Glutnester über das Grundstück flogen und so das Feuer im Dachstuhl des Hauses verursachten. Den mittlerweile entstandenen Schaden schätzt der Brandermittler auf eine Summe im sechsstelligen Bereich.

Bei der Scheune geht die Polizei hingegen von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung aus. „Wir werden jetzt vermutlich noch einmal mit einem Gutachter wiederkommen“, kündigt Rösner an.

Die Polizei sucht außerdem nach einem Zeugen. Ein älterer Mann, der vermutlich ein Fahrrad dabei hatte, soll am Samstagmorgen bei einem Nachbarn geklingelt und diesen gebeten haben, die Feuerwehr zu alarmieren. Der Mann hatte das Feuer offenbar bemerkt, aber kein Handy dabei. Die Polizei erhofft sich von dem Herrn weitere Hinweise. Der Mann wird gebeten, sich unter Telefon  0 44 88/ 83 30 zu melden.

Keine Gefahr besteht nach Angaben der Polizei unterdessen wegen des Heizöls, das in der Scheune gelagert worden war. Auch für die Umwelt bestehe keine Gefahr mehr, sagt Rösner. Ein großer, mehrere hundert Liter fassender Heizöltank hatte sich in der Scheune befunden. Die Löscharbeiten der Freiwilligen Feuerwehren wurden dadurch erschwert.

Mit einem Großaufgebot waren die Einsatzkräfte am Osterwochenende ausgerückt. Mehr als 110 Feuerwehrleute bekämpften etwa am Samstag den Scheunenbrand. Zweieinhalb Stunden dauerte es, bis das Feuer endlich unter Kontrolle war. Die Löschwasserversorgung mit Schläuchen musste über zum Teil sehr weite Strecken aufgebaut werden.

In dem Wohnhaus am Rande Loys hatte bis zu dem Brand am 18. März Familie Schwarting gelebt. Sie zog nach dem ersten Feuer zunächst in ein Hotel, dann in eine Ferienwohnung und ist inzwischen in einer möblierten Wohnung im Ort untergekommen. „Die Hilfsbereitschaft war ganz toll“, bedankt sich Ulrike Schwarting bei allen Loyern. Die Familie ist am Dienstag zusammen mit den Brandermittlern der Polizei vor Ort.

Unersetzliches verloren

Als am Samstagmorgen die Sirenen ertönten, saß die Familie gerade beim Frühstück in der Wohnung. Dann klingelte auch schon das Telefon. Ein Nachbar informierte die Familie, dass ihre Scheune brennt. Von einem angrenzenden Acker aus mussten die Schwartings dann mit ansehen, wie nach ihrem Wohnhaus auch ihre Scheune abbrannte.

„Beim ersten Mal haben wir ein Wohnhaus verloren. Jetzt haben wir unsere Vergangenheit verloren“, sagt Volker Schwarting. Viele unersetzliche Erinnerungsstücke, aber auch wichtige Papiere wurden ein Raub der Flammen. Nach dem ersten Brand im März hatte die Familie nämlich ihre übrig gebliebenen Habseligkeiten in der Scheune in Sicherheit gebracht.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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