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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Mehr Empathie

16.05.2018

Wer einmal in seinem Leben in einer Disco gefeiert hat, weiß: Ratschläge wie „Lass dein Getränk nicht unbeaufsichtigt stehen“ oder „Nimm keine Getränke von Fremden an“ sind gut gemeint, aber weit von der Realität entfernt. Wer macht sich im Club schon dauernd Gedanken darüber, dass der nette Typ gegenüber vielleicht ganz üble Absichten hat?

Hilfreicher ist da schon ein weiterer Ansatz: Wer mit Freunden unterwegs ist, sollte wachsam werden, wenn diese sich urplötzlich ungewöhnlich verhalten und Symptome zeigen, die nicht zu ihnen und dem vorherigen Alkoholkonsum passen – dann kann zumindest das Schlimmste vielleicht verhindert werden und es besteht eine Chance, den Täter zu fassen.

Wenn es dann aber doch zu spät ist, müssen sich Opfer sicher sein können, dass ihnen die helfen, von denen sie Hilfe erwarten. Ich glaube nicht, dass die Ärzte in Westerstede oder die Beamten in Bad Zwischenahn die junge Frau abwimmeln wollten – sie sind an strikte Vorgaben gebunden, die sie abarbeiten müssen, damit ein Fall vor Gericht Bestand haben kann. Und auch Ärzte und Polizisten sind nur Menschen und nicht immer perfekt. Sie müssen sich allerdings in besonderem Maße bewusst machen, was Angst, Unsicherheit und vielleicht auch Scham bei einem Opfer auslösen. Hier ist ein besonderes Maß an Fingerspitzengefühl nötig und daran hat es in diesem Fall offenbar gemangelt. Es ist gut, dass sowohl die Ammerland-Klinik als auch die Polizei ihr Bedauern ausgedrückt haben und es ist gut, dass eine junge Frau den Mut hatte, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Vielleicht erfahren andere Opfer so ein wenig mehr Empathie.


Den Autor erreichen Sie unter 
Christian Quapp
Redakteur
Redaktion Bad Zwischenahn
Tel:
04403 9988 2630

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Ammerland-Klinik | Polizei

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