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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Ungebetener Gast unterm Dach

04.04.2019

Ocholt Kastanienbraunes Fell, wache Knopfaugen, ein buschiger Schwanz und kecke Ohren: Ein Marder sieht niedlich aus und stellt für den Menschen keine Gefahr dar. Außer er hat sich ins Dach eingenistet. Da können die katzengroßen Tiere Dämmungen anfressen, Kabel zerbeißen und zu einer Plage werden.

Dieses Szenario ist im Januar im Paulus-Kindergarten in Ocholt so passiert. Die Sorgen der Eltern kochen jetzt erneut in den sozialen Medien hoch. Verärgert ist auch die Mutter Marlene Penning. In einem offenen Brief hat sie sich als stellvertretende Elternvertreterin des Kindergartens an die Öffentlichkeit, die Stadt und die Kirche gewandt. Träger der Einrichtung ist die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Westerstede. „Das Gebäude gehört der Kirche und wird der Stadt zur Verfügung gestellt“, weiß der Pastor Dr. Dr. Parvis Falaturi.

Steckbrief

Zur Familie der Marder werden auch Otter, Nerze, Iltisse, Wiesel und Dachse gezählt. Die Tiere können mitunter bis zu 20 Jahre alt werden.

Häufig leben Marder als Einzelgänger. Sie sind nachtaktiv, deswegen kann es dauern, bis sie bemerkt werden.

Privatpersonen ohne Jagdschein dürfen keine Marder jagen. In Niedersachsen können einige Marderarten vom 16. Oktober bis zum 28.Februar bejagt werden. Wer ohne Erlaubnis ein Tier erlegt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro rechnen.

Lebendfalle blieb leer

Eingenistet hatte sich der Marder vermutlich in den Weihnachtsferien. „Es wurde daher eine Fachfirma mit der Vergrämung beauftragt. Die ist misslungen, die Lebendfallen blieben leer“, berichtet Dirk-Michael Grötzsch, Pressesprecher der Ev.-Luth. Kirche Oldenburg. Die Firma habe aber festgestellt, dass das Tier dennoch ausgezogen sei. „Die Stellen, wo der Marder hätte eindringen können, wurden verschlossen.“

Im Januar seien die Kindergartenkinder deshalb zu einer Notbetreuung ausquartiert worden, erinnert sich Marlene Penning. Eine Woche später sei mitgeteilt worden, dass die Schäden behoben seien, gibt Penning an. „Die Kirche hat ihrer Verantwortung entsprechend gehandelt“, so der Pastor. Es habe sogar eine Raumluftanalyse von der Dekra gegeben: „Die fiel negativ aus. Das heißt: Kein Asbest oder ähnliche Gefahrenstoffe.“

Keine Gesundheitsbelastung

Am Montag dieser Woche gab es eine Begehung, an der eine Elternvertreterin teilnahm. Sie berichtete Penning im Nachgang von Kot, Urin und Dämmwollresten. „Von der Begehung wussten wir nichts. Die war nicht abgesprochen“, äußert sich dazu Falaturi. Dafür war am Mittwoch ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes vor Ort. „Wegen der Sorge, dass Gefahr bestehen könnte, sind wir angerufen worden“, erklärt Dr. Elmar Vogelsang, selbst Arzt und Amtsleiter. „Uns liegt das Gutachten vor; es ist nachvollziehbar. Gesundheitsgefahr besteht in dem Kindergarten nicht“, beruhigt Vogelsang. Dennoch werde das Problem nicht unterschätzt. „Wir bleiben mit dem Kindergarten in Kontakt.“ Laut Grötzsch werde vor Ort alles getan, um den Zustand erträglich zu machen. „Mehrfach täglich wird gewischt, um die Staubbelastung gering zu halten.“ Weiterhin rieseln Dämmreste durch die Decke. Diese soll Grötzsch zufolge in den Sommerferien saniert werden.

Wo ist der Marder hin?

Marlene Penning erinnert sich an ein Gutachten: „Schon vor zwei Jahren wurde empfohlen, das Dach zu sanieren.“ Nach dem jüngsten Beschluss des Rates wird es dafür auch einen Zuschuss geben. „Wir wissen, dass das Gebäude renovierungsbedürftig ist. Das muss Stück für Stück vorangehen. Baumaßnahmen dauern eben länger als nur ein paar Tage“, mahnt der Pastor zur Ruhe.

Die größte Gefahr in Marlene Pennings Augen sei möglicher Schimmel. Ihre eigene Tochter habe bislang keine Beschwerden. „Doch ein Mädchen hat Hautausschlag, ein anderes hustet seit längerem.“ Sie wolle nichts beschreien. Ob es da einen Zusammenhang gebe, müsse man herausfinden.

Ob der Marder überhaupt aktuell noch da ist, weiß keiner so genau. „Bei der Begehung hat ihn jedenfalls keiner gesehen“, sagt dazu Elmar Vogelsang.

Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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