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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Schnell retten mit Feuerwehr 4.0

15.09.2017

Ofen /Wehnen Ein Feueralarm in der Karl-Jaspers-Klinik bedeutet für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Ofen und ihre Kollegen der Berufsfeuerwehr Oldenburg besondere Aufmerksamkeit. 40 Gebäude gibt es auf dem Gelände, 3500 einzelne Brandmelder sind an 16 Zentralen angeschlossen – von der Großleitstelle in Oldenburg bekommen die Helfer im Fall der Fälle aber nur eine Information: Feuer in der KJK. Bisher mussten die Einsatzkräfte deshalb immer zunächst zu Zentrale der Klinik fahren. Erst dort erfuhren sie, in welchem Gebäude ein Brandmelder ausgelöst hat. Aus einem großen Registerschrank wurden die passenden Karten mit Laufwegen und Gebäudeplänen herausgesucht. Erst dann konnten sich die Einsatzkräfte auf den Weg zum Brandort machen. Ab sofort ist das anders. Im Feuerwehraus in Ofen liegen zwei handelsüblich Tablet-PCs bereit, verpackt in wasserfeste und stoßsichere Gehäuse. Wenn die ersten Retter am Feuerwehrhaus ankommen, sehen sie schon hier, welcher Melder in welchem Gebäude ausgelöst wurde und können auf dem Gelände sofort das richtige Ziel ansteuern.

Zufahrtswege, die Lage von Hydranten, Informationen über mögliche Gefahrstoffe – das alles haben die Feuerwehrleute schon lange vor dem Ziel im Blick. Der Zeitgewinn ist kaum zu unterschätzen. „Das kann fünf Minuten bringen – bei einem Zimmerbrand ist das verdammt viel Zeit“, sagt Ortsbrandmeister Andreas Aßmann, der die neue Technik gemeinsam mit Gruppenführer Timo Schwenker, Thomas Lüerßen, Elektromeister der KJK und Jörg Roth, dem technischen Leiter der Klinik vorstellte.

Der Feuerwehr Oldenburg wurde das nötige Programm für bereits vorhandene Tablets zur Verfügung gestellt. Die KJK übernimmt bei der Modernisierung ihrer Brandmeldeanlage eine Vorreiterrolle: „Diese Technik ist im Ammerland, der Stadt und dem Landkreis Oldenburg bisher einmalig“, sagt Aßmann. „Das ist sozusagen Feuerwehr 4.0“, ergänzt Schwenker.

15 bis 20 Einsätze haben die Feuerwehren im Jahr in der KJK. „Tatsächlich gebrannt hat es in den vergangenen Jahren bis zur vier Mal“, schränkt Roth aber ein. Mit der Modernisierung ihrer Anlage versucht die KJK auch, die Zahl der Fehlalarme zu senken – zum einen, indem die automatischen Melder immer weiter optimiert werden, zum anderen, indem auch die menschliche Komponente betrachtet wird. Alle Brandmelder, die von Hand ausgelöst werden, sind künftig mit einer Schutzkappe versehen, die erst hochgeklappt werden muss, bevor man den Alarm auslösen kann. „Das bringt eine Menge“, sagt Aßmann.

80 Prozent des Klinik-Geländes sind inzwischen fertig ausgerüstet. „Wenn unser Neubau steht, wird die Anlage 5500 bis 6000 Melder verwalten“, sagt Roth. Diese Anlage lässt sich die KJK einiges kosten: „Wenn alles abgeschlossen ist, haben wir dafür einen Millionenbetrag investiert“, sagt Roth. Die Kosten für die Tablets sind dagegen verschwindend gering. Die Geräte sind handelsübliche Tablets, die App, an die die Daten übermittelt werden, stellt der Hersteller der Brandmeldeanlage kostenlos zur Verfügung. Der Zeitgewinn dagegen ist für Retter und mögliche Opfer unbezahlbar.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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