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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Tempo 30 nicht vor allen Kindergärten

07.02.2018

Petersfehn /Ammerland An 13 neuen Standorten vor Schulen und Kindergärten im Ammerland gilt künftig Tempo 30 – möglich macht das eine Sonderregelung in der Straßenverkehrsordnung, die jetzt im Landkreis umgesetzt wurde.

„Ist die Woldlinie von der Behörde vergessen worden? Autos rasen mit Tempo 100 am Waldkindergarten Sternenmoos in Petersfehn vorbei“, war eine Reaktion im sozialen Netzwerk Facebook auf den Bericht der NWZ zu dieser neuen Regelung.

Ein Besuch im Kindergarten am Dienstagmorgen zeigte: Tatsächlich machen sich die Erzieher dort manchmal Sorgen um die Kinder, vor allem morgens, wenn es auf dem Parkplatz vor dem Gelände des Waldkindergartens eng wird, oder wenn Eltern ihre Kinder mit dem Rad bringen. „Tagsüber sind wir mit den Kindern im Wald und überqueren nur selten mal die Straße“, sagt Jaro Birkigt, Leiter des Waldkindergartens. „Aber die Autos sind hier schon ziemlich schnell unterwegs.“

30 Kinder werden am Standort an der Woldlinie in zwei separaten Gruppen betreut. „Derzeit befinden wir uns in der Gründungsphase einer Gruppe für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren“, sagt Birkigt. „Gerade unter diesem Gesichtspunkt wäre es toll, wenn wir eine Geschwindigkeitsreduzierung auf diesem Stück der Woldlinie bekommen würden.“

Vergessen wurde die Woldlinie von der Straßenverkehrsbehörde des Ammerlandes nicht, wie dessen Leiterin Ingrid Meiners auf Nachfrage erklärt. „Die Ausnahmeregelung gilt ausdrücklich für Einrichtungen an Landes- oder Kreisstraßen innerhalb geschlossener Ortschaften“, erläutert sie.

Das Gelände des Kindergartens Sternenmoos liegt allerdings nicht innerhalb der geschlossenen Ortschaft und die Woldlinie ist in diesem Abschnitt eine Gemeindestraße. Sie fällt damit nicht unter die neue Regelung. „Das gleiche gilt in der Gemeinde Bad Zwischenahn auch für die Villa Kunterbunt am Altenkamp in Ohrwege“, weiß Claudia Hohensee vom Tiefbau- und Grünflächenamt der Gemeinde.

„Es gab bereits in der Vergangenheit Anträge aus dem Umfeld des Kindergartens, das Tempo auf der Woldlinie zu beschränken“, weiß Ingrid Meiners – „zuletzt 2016.“ Allerdings hätten alle Verkehrsuntersuchungen ergeben, dass die Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind.

Die Zahl der Fahrzeuge sei mit durchschnittlich 790 am Tag, davon 150 Fahrräder, eher gering, so Meiners. Und auch wenn auf diesem Abschnitt der Woldlinie Tempo 100 zulässig sei, seien die meisten Fahrzeuge tatsächlich nur zwischen 50 und 60 km/h schnell. Die Realität weiche bei den gefahrenen Geschwindigkeiten hier – wie häufig – von der Wahrnehmung ab.

„Selbst wenn wir Tempo 50 anordnen würden, würde sich kaum etwas ändern“, so Meiners. Auch ein Unfallschwerpunkt sei die Woldlinie nicht, mit Ausnahme der Einmündung Woldweg, wo durch die Änderung der Vorfahrtsregelung aber schon eine Entschärfung erreicht worden sei. „Ein erneuter Antrag auf eine Temporeduzierung hätte vor diesem Hintergrund keine Aussichten auf Erfolg“, so Meiners.

Christian Quapp
Redakteur
Redaktion Bad Zwischenahn
Tel:
04403 9988 2630

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