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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Diese Strafe droht jetzt dem Wolfstöter

12.10.2017

Rastede Nachdem am Wochenende in Vreschen-Bokel ein Wolf tot aufgefunden wurde und inzwischen feststeht, dass der junge Rüde erschossen wurde, hat die Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Ermittlungen dauern an, sagte Rolf Cramer, der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes der Polizei in Westerstede, am Mittwoch. Hier ein Überblick, wie es jetzt weitergeht.

Wie gehen die Ermittlungen der Polizei weiter?

Die Polizei sucht weiterhin Zeugen, die Hinweise auf den Schützen geben können oder andere Beobachtungen gemacht haben. Da der Wolf vermutlich an einem anderen Ort erschossen wurde und in dem Maisfeld in der Gemeinde Apen nur abgelegt wurde, wird auch weiträumiger nach Zeugen gesucht. Hinweise nimmt die Polizei in Westerstede unter Telefon  0 44 88/83 30 entgegen.

Mit welcher Strafe muss der Schütze rechnen?

Sollte der Schütze gefasst werden, muss er mit einer erheblichen Strafe rechnen. Eine illegale Wolfstötung kann mit einer hohen Geldstrafe, dem Entzug der Waffenbesitzerlaubnis und sogar Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Rolf Cramer von der Polizei Westerstede verweist hier auf das Bundesnaturschutzgesetz, welches unter Paragraf 44 „Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten“ nennt. So heißt es etwa in Absatz 1: „Es ist verboten, wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.“

Hätte die Todesursache des Wolfes früher erkannt werden können?

Dass der Wolf nicht, wie anfangs angenommen, Opfer eines Verkehrsunfalls war, sondern erschossen wurde, sei eine Möglichkeit gewesen, die auch die ehrenamtlichen Wolfsberater im Ammerland, Ralf Lohse und Anika Börries, zunächst in Betracht gezogen hatten. Sie hatten bei einer ersten Untersuchung aber kein Einschussloch entdecken können. Hinzu kam, dass die Wunde ohne weiteres auch aus dem Aufprall bei einem Verkehrsunfall hätte resultieren können. Erst eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung klärte die Todesursache.

Handelt es sich tatsächlich um den Rasteder Wolf?

Ob es sich tatsächlich um jenen Wolf handelt, der Anfang Juni von einem Landwirt in der Gemeinde Rastede entdeckt und fotografiert worden war, steht noch nicht einwandfrei fest. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen führt eine Untersuchung durch, um den genetischen Fingerabdruck und die Rudelzugehörigkeit zu ermitteln. Der ehrenamtliche Wolfsberater im Ammerland, Ralf Lohse, vermutet allerdings, dass es sich um denselben Wolf handelt, der vor einiger Zeit in Rastede gesichtet wurde.

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Polizei | Polizei Westerstede