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NWZonline.de Region

Tödlicher Unfall wirft viele Fragen auf

20.11.2017

Rastede /Oldenburg Tödlich verletzt wurde ein 23-jähriger Mann am Sonntagmorgen auf der Oldenburger Straße zwischen Wahnbek und Rastede.

Nach Polizeiangaben fuhr eine 29-jährige Autofahrerin gegen 7.20 Uhr auf der Oldenburger Straße (K 131) von Wahnbek in Richtung Rastede. Der 23-Jährige lief am rechten Fahrbahnrand, an dem sich kein Gehweg befindet. Die Fahrerin bemerkte den Fußgänger in der Dunkelheit nicht und erfasste diesen mit ihrem Pkw. Der Mann wurde in das Evangelische Krankenhaus nach Oldenburg gebracht. Dort verstarb er wenig später an seinen Verletzungen. Die Oldenburger Straße wurde für die Unfallaufnahme bis 9.20 Uhr voll gesperrt.

Auffällig ist die Vorgeschichte des Unfalls: Am Sonntagnachmittag meldete sich ein Freund des Opfers bei der NWZ-Redaktion. Nach dessen Angaben hatte der junge Mann noch kurz vor dem Unfall telefonischen Kontakt zu einem weiteren, gemeinsamen Freund, mit dem er sich zuvor in der Oldenburger Innenstadt aufgehalten hatte.

Nachdem dem 23-Jährigen in einem Lokal der Eintritt verwehrt worden sei, habe er die Polizeidienststelle in der Oldenburger Wallstraße aufgesucht. In den späteren Telefonaten, nur Minuten vor dem Unfall, habe er dem gemeinsamen Freund berichtet, Polizeibeamte hätten ihn mitgenommen und in einer ihm unbekannten Gegend abgesetzt.

Das spätere Unfallopfer, das aus dem Iran stammt, wohnte an der Nadorster Straße in Oldenburg. Diese mündet, wenn man ihr und der Wilhelmshavener Heerstraße einige Kilometer folgt, in die Oldenburger Straße in der Gemeinde Rastede.

Die Polizei in Oldenburg nahm am Sonntagabend zu der Aussage Stellung. Pressesprecher Stephan Klatte teilte mit, dass der 23-Jährige tatsächlich um 5.50 Uhr an der Polizeidienststelle gewesen sei, um die Polizei aufzufordern, ihm Zutritt zu dem Lokal zu verschaffen. Nachdem die Polizisten ihm erklärt hatten, dass sie ihm in diesem Fall nicht helfen könnten, entwickelte sich eine Diskussion und der Mann wurde kurz darauf gebeten, die Wache zu verlassen.

Auf dem Parkplatz fing der 23-Jährige dann laut Klatte an herumzubrüllen und hämmerte gegen Fenster und Türen. Die Polizisten klärten ihn auf, dass er in Gewahrsam müsse, wenn er damit nicht aufhören würde, so Klatte. Als er nicht aufhörte, gegen die Fenster zu hämmern, hätten sich die Beamten entschieden, ihn unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit nicht einzusperren, sondern ihn in die Nähe seines Wohnorts zu bringen. Etwa einen Kilometer von seiner Wohnung entfernt hätten die Beamten den 23-Jährigen dann am Stubbenweg auf einem großen Parkplatz aussteigen lassen. „Das war um 6.30 Uhr“, so Klatte. 45 Minuten später sei es dann zu dem Unfall in Rastede gekommen.

„Der Mann war klar bei Bewusstsein, nicht betrunken, war klar orientiert und warm gekleidet.“ Es sei nicht abzusehen gewesen, dass er die Stadtgrenze verlässt, der 23-Jährige sei nicht hilflos gewesen.

Warum er nicht nach Hause ging und was er vor hatte, sei den Beamten nicht bekannt. Sie seien betroffen von dem tragischen Unfall, doch die Entwicklung sei nicht abzusehen gewesen.