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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Neue Ermittlungen gegen Mediziner aus Rastede

22.12.2017

Rastede /Oldenburg Weil er trotz der Entziehung seiner Zulassung weiter als Arzt praktiziert haben soll, führen das Polizeikommissariat Westerstede und die Staatsanwaltschaft Oldenburg zurzeit ein Ermittlungsverfahren gegen einen Allgemeinmediziner (57) aus Rastede wegen des Verdachts der verbotenen Ausübung der Heilkunde. Das bestätigte am Donnerstag ein Sprecher der Oldenburger Staatsanwaltschaft. Dem Mediziner soll die Zulassung entzogen worden sein, weil er 2014 wegen sexuellen Missbrauchs einer Patientin rechtskräftig zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden war.

Das Oldenburger Landgericht war seinerzeit der Überzeugung gewesen, dass der Angeklagte für den sexuellen Missbrauch der Patientin seine Stellung als Arzt ausgenutzt hatte. Dabei hatte sich die Frau – wie viele andere Frauen auch – in die osteopathische Behandlung (Therapie mit bloßen Händen) des Mediziners begeben, um nach sexueller Gewalt in Kindheit und Ehe Linderung zu erfahren. Das Urteil hatte zur Folge, dass dem Arzt die Zulassung entzogen wurde. Der Bescheid des Niedersächsischen Zweckverbandes zur Approbationserteilung ist am 8. September dieses Jahres rechtskräftig geworden.

Lesen Sie auch: Patientin missbraucht: Arzt verurteilt, Nordwest-Zeitung vom 18. März 2014
Lesen Sie auch: Urteil gegen Sex-Arzt aus Rastede bestätigt, Nordwest-Zeitung vom 29. Oktober 2014

Nun besteht der Verdacht, dass der 57-Jährige dennoch in der Folgezeit bis Mitte November dieses Jahres weiter als Arzt tätig war und Patienten behandelte. Im Rahmen von Durchsuchungsmaßnahmen waren am 1. Dezember in der Praxis des Arztes diverse Unterlagen beschlagnahmt worden. Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens beruhe auf einer Anzeige des Zweckverbandes zur Approbationserteilung, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen und die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen dauern an. Sollte es am Ende für eine Anklage und einen Schuldspruch reichen, müsste der Beschuldigte mit dem Widerruf seiner Bewährung rechnen. Dann müsste er doch noch ins Gefängnis.