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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Von Einbrüchen und Ermittler-Frust

07.12.2016

Ammerland Der Frust sitzt tief bei so manchem Polizeibeamten im Ammerland. Immer mehr Einbrüche beschäftigen die Ermittler. Und als ihr vergangene Woche zwei Einbrecher ins Netz gingen, ließ ein Staatsanwalt sie wieder laufen.

Der Fall

Am vergangenen Freitag reagiert ein Zeuge genau richtig. Er hat verdächtige Personen und laute Geräusche in einem Geschäft in Rostrup bemerkt. Sofort ruft er die Polizei. Und die kann nachts um 3 Uhr zwei Männer auf frischer Tat stellen. Es gibt ein Gerangel, dann klicken die Handschellen. Doch Stunden später müssen die Ermittler die beiden Niederländer wieder frei lassen. Der zuständige Staatsanwalt will keinen Haftbefehl beantragen.

Die Staatsanwaltschaft

Martin Rüppell ist Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg. Wenn er sagt, es hätten keine Haftgründe vorgelegen, klingt das für juristische Laien erst einmal unverständlich. So sei nun mal die Gesetzeslage. Fluchtgefahr, Verdunklungsgefahr und Wiederholungsgefahr seien nicht belegt. Dass die Männer aus Holland stammen, „ist kein Fluchtgrund“, sagt er. Wer in der EU einen festen Wohnsitz hat, bei dem sei eine Fluchtgefahr nur schwer nachweisbar. Insbesondere, wenn die zu erwartende Strafe eher gering ausfallen dürfte. „Bei einem versuchten Einbruchsdiebstahl droht für nicht Vorbestrafte in der Regel keine Freiheitsstrafe“, sagt Rüppell.

Die Täter

Auch wenn sie auf frischer Tat festgenommen wurden, sind die Männer noch nicht verurteilt. Ob das überhaupt passiert, ist nicht sicher. Denn ein versuchter Einbruch kann auch mit einem Strafbefehl geahndet werden. Dann gibt es noch nicht einmal eine Verhandlung. Wird ein Prozess angesetzt, schickt das Amtsgericht eine Ladung nach Holland. Kommen die Angeklagten nicht, kann ein Haftbefehl erlassen werden. Selbst wenn sie dann geschnappt werden, ist das Risiko gering. Liegt keine Vorstrafe (in Deutschland) vor, dürften sie mit einer Bewährung davon kommen. Deutlich härtere Strafen würden drohen, wenn sie zu einer Bande gehören. Dazu bedarf es aber mindestens drei Tätern. Dies wissen Einbrecher auch, weshalb sie überwiegend allein oder zu zweit auf Beutezug gehen.

Die Statistik

126 Wohnungseinbrüche gab es 2014 im Ammerland. Dazu 133 in Unternehmen. 2015 wurden bereits 182 Wohnungseinbrüche registriert (plus 112 in Firmen). Die Zahlen für 2016 werden Anfang kommendes Jahres vorgestellt. Experten gehen von einer weiteren Steigerung aus. Bundesweit ist von bis zu 20 Prozent die Rede. Im Vergleich zu anderen Straftaten ist die Aufklärungsquote gering. Bei 13,7 Prozent lag sie im vergangenen Jahr im Ammerland.

Die Opfer

Den materiellen Schaden ersetzen meist die Hausratversicherungen. Doch viel schwerer wirkt bei vielen Opfern der Eingriff in die Intimsphäre. „Da wurden die Schlafzimmerschränke durchwühlt, viele Opfer haben anschließend ein hohes Unsicherheitsgefühl“, sagt ein Ermittler. Manch einer fühlt sich gar in seinem Haus nicht mehr sicher. Es gibt Fälle, in denen Opfer sogar umziehen mussten oder psychologische Hilfe benötigten.

Die neuesten Fälle

Gleich fünf Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei am Montag in den Gemeinden Rastede, Wiefelstede, Edewecht und Bad Zwischenahn. Die Täter entkamen jeweils unerkannt. Allerdings machten sie auch nur wenig Beute. Die Tatorte waren Rastede, Schoolstraat (zwischen 14.30 bis 18.55 Uhr), Metjendorf, Ulmenstraße (zwischen 8.15 und 19.55 Uhr), Friedrichsfehn, Rudolf-Kinau-Straße (18 bis 23.30 Uhr), sowie Petersfehn I, Martha-Stölting- und Hinrich-Schmidt-Straße (7 bis 20.45 Uhr).

Was soll man tun?

In der dunklen Jahreszeit, so die Polizei, kommen Einbrecher gern mit Beginn der Dämmerung. Berufstätige sind dann noch bei der Arbeit. Eine dunkle Wohnung verrät: Hier ist noch niemand zuhause. Oft werden Tatorte ausgekundschaftet. Und die Zivilstreifen der Polizei können nicht überall sein. Deshalb sollten Anwohner auf fremde Autos oder Personen achten. Wichtig ist Schnelligkeit. Das Polizeikommissariat Bad Zwischenahn ist rund um die Uhr unter Telefon  0 44 03/92 71 15 erreichbar. Das Polizeikommissariat Westerstede hat die Telefon  0 44 88/83 30. In ganz dringenden Fällen sollte man die 110 wählen.

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede/Oldenburg
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