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NWZonline.de Region Ammerland Blaulicht

Rücksichtslose Schmiererei bringt Retter in finanzielle Bedrängnis

21.03.2019

Westerstede Groß und alles andere als ansehnlich wirken die in Schwarz und Weiß gehaltenen Zahlen und Schriftzüge an der Hauswand. Über die Bedeutung von „266“ oder „THC“ können Thorben Windeler und Florian Ammon von der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) in Westerstede nur Mutmaßungen anstellen. Was für die beiden allerdings klar ist, ist die Tatsache, dass diese Schmierereien weg müssen.

Aufgesprühtes Gekritzel

Seit etwa drei Wochen befindet sich das mit Sprühfarbe aufgetragene Gekritzel an dem Haus des Jugendeinsatzteams der DLRG in Westerstede. Dass diese Aktion nicht nur unverschämt und respektlos ist, sondern letztendlich auch der Allgemeinheit schadet, erklärt Martin Bruns, technische Leiter Einsatz der Ortsgruppe.

Kommentar

Das muss auf jeden Fall weg

Kommentar

Wolfgang-Alexander Meyer

Graffiti kann vieles sein: Gestalterisches Element, Kunst, eine Botschaft – bis hin zum politischen Statement. Leider trifft das in diesem Fall nicht zu. Das, was da am Haus der DLRG Westerstede zu finden ist, würde ich niemals als Graffiti bezeichnen – meiner Meinung nach handelt es sich um Schmierereien, die einer Berichterstattung eigentlich nicht würdig sind.

Die besondere Tragik dieses Falles ändert aber den Sachverhalt. Denn wenn eine gemeinnützige Organisation einen Teil des wenigen Geldes, mit dem sie wirtschaftet, in die Entfernung dieses Gekritzels investieren muss, statt ihre Mitglieder zu schulen oder Ausrüstung zu kaufen, dann kann sich aus einer Einzelaktion tatsächlich eine Tragödie entwickeln.

Aber halt: Es handelt sich wahrscheinlich um gar keine Einzelaktion: Die gleichen Schriftzüge stehen auch an Westersteder Schulen. Das darf man so nicht tolerieren. Wenn der oder die Täter nicht ermittelt werden und zur Rechenschaft gezogen werden können, dann sollten zumindest ihre despektierlichen Werke verschwinden – und zwar möglichst zeitnah.

Wolfgang-Alexander Meyer über die Schmierereien am DLRG-Haus

„Die Entfernung der aufgesprühten Buchstaben und Ziffern kann sehr teuer werden und das trifft uns besonders hart“, berichtet Bruns. Die Ortsgruppe finanziere sich fast ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge, da sei kein großer Spielraum für solche Ausgaben. Denn das Geld, das für die Reinigung der Gebäudefassade aufgebracht werden müsse, fehle an anderer Stelle.

Weniger Geld für Lehrgänge

„Das betrifft zum Beispiel Ausbildungslehrgänge im Sanitäts- und Erste-Hilfe-Bereich. An denen können unsere Mitglieder dann erst im kommenden Jahr teilnehmen. Und auch die Anschaffung von Einsatzkleidung muss im Zweifel verschoben werden“, erklärt Bruns. Für die Ortsgruppe bedeute das, dass die Einsatzfähigkeit sinke.

Die Schriftzüge einfach zu ignorieren, kommt für Bruns nicht in Frage – und dafür hat er gleich mehrere Gründe. „Die Schmierereien sollen kein Anreiz für Nachahmer sein, denn die könnten sich an gleicher Stelle oder in der näheren Umgebung verewigen.“

Geschmiere würdigt Einsatz herab

Darüber hinaus empfindet Bruns ein solches Verhalten als respektlos gegenüber dem eigenen Jugendeinsatzteam. „Wir haben rund 15.000 Euro in die Herrichtung dieses Raumes, der vor langer Zeit einmal eine Umkleidekabine war, investiert. Zudem haben die Jugendlichen viele Arbeiten in Eigeninitiative erledigt.“ Das Geschmiere würdige nicht nur das Gebäude, sondern auch den Einsatz der Jugendlichen herab.

„Zum Glück hat sich ein Bürger bei uns gemeldet, der einen Teil der Kosten übernehmen will. Außerdem kann diese Person den Kontakt mit einer Firma hier aus Westerstede herstellen, die sich auf die Entfernung solcher Schmierereien spezialisiert hat“, sagt Bruns.

Leider kein Einzelfall

Leider handelt es sich bei den Schmierereien am DLRG-Gebäude um keinen Einzelfall, wie Hauptkommissar Adrian Gerdes von der Polizei in Westerstede mitteilt. Die Tat selbst habe sich zwischen dem 22. und dem 25. Februar ereignet. „Etwa eine Woche später haben wir die gleichen Schriftzüge nur 50 Meter weiter entdeckt“, berichtet Gerdes weiter. Auch an der Robert-Dannemann-Schule und an der Brakenhoff-Schule sei man auf ähnliche Schmierereien gestoßen.

Polizei bittet um Hilfe

Die Polizei sucht nach Zeugen, die Hinweise in Bezug auf die Schmierereien in der jüngeren Vergangenheit geben können (Telefon  04488/8330).

„Wir haben leider überhaupt keine Hinweise auf die Täter“, sagt Gerdes. Ohne Hinweise und Zeugenaussagen aus der Bevölkerung sei es in diesem Fall nahezu unmöglich, den oder die Täter zu ermitteln. „Es sei denn, wir erwischen die auf frischer Tat“, so Gerdes.

„Die Entfernung solcher Schmierereien kann schnell Kosten im vierstelligen Bereich verursachen“, berichtet der Polizist weiter. Mit Kunst habe das nichts mehr zu tun. „Das ist wirklich nur Geschmiere“, sagt Gerdes.

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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