Bokel/Ammerland - Der Tag der offenen Gärten im Ammerland: Zahlreiche Gartenbesitzer öffneten am Sonntag ihr Refugium – darunter Annelene und Johann Gertje aus Bokel. In ihrem Garten kann man sich durchaus verlaufen.
Viele unterschiedliche Blumen und auch der Rhododendron stehen jetzt in voller Blüte, Nischen laden zum Verweilen und Ausruhen ein, Augen und Sinnen wird viel Abwechslung geboten. Der Bauerngarten von Annelene und Johann Gertje in Wiefelstede-Bokel bietet mehr als nur einen Spaziergang über das mehr als ein Hektar große Areal. Hier können Besucher in ihre eigene Fantasiewelt abtauchen. Das wollten sich etliche Besucher am Sonntag nicht entgehen lassen. Bereits in der ersten Stunde zählte das Bokeler Ehepaar trotz ungemütlichen Wetters bereits über 60 Besucher. „Als wir 2006 unseren Garten zum ersten Mal öffneten, kamen mehr als 2000 Besucher“, berichtet Annelene Gertje.
Über Jahre gewachsen
Seit Generationen ist der Gartenbereich gewachsen. Wo ganz früher einmal Kühe grasten, finden sich jetzt Anpflanzungen wieder, die nicht nur eine Zierde darstellen. „Im kleinen Rahmen versorgen wir uns selbst“, erzählt Annelene Gertje. Kartoffeln und Gemüse konnten die Besucher ebenso wie Kräuter oder Obst bestaunen.
„Wir schauen uns vier Gärten in Bokel, Wiefelstede und Nethen an“, sagt Besucher Thorsten Helmers, der mit Ehefrau Marina vorbeischaute. Man wolle sich auch Anregungen für das eigene, viel kleinere Refugium holen.
Und auf dem riesigen Grundstück ist auch eine kleine Kneipp-Anlage entstanden. Das Areal mit seinen vielfältigen Angeboten ist ein vom Kneippbund zertifizierter Gesundheitshof geworden. Eine entsprechende Ausbildung hat die Hausherrin bei der Landwirtschaftskammer erhalten.
Der Garten ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt, um die einzelnen Schwerpunkte hervorzuheben. An einer Stelle hat sich ein alter Garten mit Zierhölzern und altem Baumbestand entwickelt. Dann gibt es einen Bauerngarten mit verschiedenen Stauden, ein Obstgarten mit alten Obstsorten, einen jungen Garten mit Staudenrabatten und einen Teich sowie ein Gemüse- und ein Kräutergarten. Rasenflächen gehen in ein Panorama mit Feldern und Weiden über. „Meine Mutter hatte eine Vorliebe für englische Gärten. Entsprechende Elemente wie Sichtachsen oder auch verschlungene Pfade finden sich hier wieder“. Gleichzeitig finden die Gäste die fünf Säulen der Kneippphilosophie vor: Wassertretbecken, Kräuter, Ernährung, Bewegung und die Lebensordnung. Ein Sinnespfad und ein Yin-Yang-Garten runden das vielfältige Angebot ab.
Hobby und Alltag
Für das naturverbundene Ehepaar ist der Garten Hobby und Alltag zugleich. Der Techniker und die ehemalige pharmazeutisch-technische Assistentin verbringen viel Zeit im Garten: „Er ist arbeitsintensiv, und doch pflegeleicht.“
