Borbeck - Biologie-Doppelstunde mit Minister: Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies informierte sich jetzt beim Borbecker Landwirt Hauke Helmers über den doppelten Nutzen des Anbaus von Wildblumen.
Helmers hat auf einer Fläche von 4,5 Hektar unweit seines Hofes knapp 30 verschiedene Wildblumen und Kräuter ausgesät. Und das nicht zum Selbstzweck. In gut 14 Tagen werde er die Fläche mähen und mit der Mahd seine Biogas-Anlage füttern, berichtete Helmers dem Minister. „Im vergangenen Jahr haben wir rund sieben Tonnen geerntet. Jetzt werden es wohl zehn bis zwölf sein“, schätzt Helmers.
Nach dem Abmähen treiben die Pflanzen wieder aus. Vier bis fünf Jahre könne so eine Fläche in dieser Form bewirtschaftet werden.
Verschiedene Referenten führen an diesem Nachmittag die Vorteile solcher bewirtschafteter Wiesen auf. Die Flächen böten sommers wie winters Nahrung und Deckung für das Wild. „Die Fläche brummt immer. Sie ist voller Insekten“, sagte Robert Lohkamp, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Ammerland zu Beginn. Die Jäger sind bei der Wildblumenwiese mit im Boot. Auch sie wollen damit dem Artensterben entgegenwirken.
Aber Landwirt Helmers führt auch ökonomische Vorteile ins Feld: Teure Pflanzenschutzmittel sind bei dieser Form des Anbaus nicht erforderlich. Auch gibt es bei dem ganzjährigen Bewuchs keine Bodenerosion. Lies zeigte sich durchaus beeindruckt.
„Ich wollte etwas Neues machen und zeigen, dass uns das Artensterben nicht egal ist und wir was dagegen tun“, so Helmers. Er sagt aber auch, dass er ohne den Maisanbau seine Biogas-Anlage nicht betreiben könne. Denn: Die Energieausbeute bei Mais liege um 40 Prozent höher als bei den Wildblumen. Dennoch: „Es funktioniert.“
