Delfshausen - Beste Stimmung herrschte bei der Verleihung des Bürgerpreises der Gemeinde Rastede im weihnachtlich herausgeputzten Saal des Dorfkrugs Decker in Delfshausen. „Diese traditionelle Ehrung von verdienten Personen findet seit vielen Jahren eine erfreulich große Resonanz“, sagte Rastedes Bürgermeister Lars Krause.
Der Bürgerpreis wird in der Gemeinde Rastede alle zwei Jahre verliehen, coronabedingt zuletzt 2018. Die erste „Ehrung von verdienten Personen“ gab es im Jahr 1998. Bisher sind 73 Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise Gruppen ausgezeichnet worden, die sich um das Gemeinwesen in der Gemeinde Rastede besonders verdient gemacht haben.
Im nächsten Jahr wird das 25-jährige Jubiläum mit der nächsten Auszeichnung für das bürgerschaftliche Engagement gefeiert. Seit 2010 trägt die Ehrung den Beinamen „Bürgerpreis“. Die Vorschläge für die zu Ehrenden kommen aus den Reihen der Bürger. Eine Jury, der ein Mitglied jeder politischen Fraktion sowie der Bürgermeister angehören, trifft dann eine Auswahl, die Entscheidung fällt im Verwaltungsausschuss.
Die Ehrenamtlichen kommen aus allen Teilen der Gemeinde und engagieren sich in den unterschiedlichsten Bereichen – und das von Jung bis Alt. Das wurde diesmal deutlich von der erst 17 Jahre jungen Julia Haß bis zum Senior dem 90-jährigen Südbäker Hans-Hermann Köster. Für Kurzweil sorgte der „Buur Decker“, der Jaderberger Klaus Decker, auch im Gemeindegebiet mit seinen plattdeutschen Humor und Sketchen bestens bekannt.
Hans-Hermann Köster
Bekannt durch den Posaunenchor, häufig schreitet Hans-Hermann Köster mehr im Hintergrund zur Tat. Er engagiert sich seit Jahrzehnten in der Kriegerdenkmalspflege in Südbäke, begleitet auch die Kranzniederlegung am Volkstrauertag mit der Trompete. Musikalische Begleitung von (plattdeutschen) Gottesdiensten, Laternenumzügen vom Erntespielkreis, Richtfesten, Jubiläen, Maibaumsetzen oder Weihnachtsmarkt gehören auch dazu. Als gelernter Schlosser handwerklich geschickt, hat er häufig Lösungen bei Fragestellungen, die sich in der Dorfgemeinschaft ergeben. So zur Brauchtumspflege, bei der Restaurierung der historischen Handdruckspritze „Florentinchen“ der Freiwilligen Feuerwehr Südbäke.
Hartmut Böhmann
Seit 1974 ist Hartmut Böhmann Vereinsmitglied beim FC Rastede, erst aktiver Sportler, dann hatte er verschiedene Ämter innegehabt. Von 1995 bis 2001 war er 2. Vorsitzender. Seit 2004 ist er Abteilungsleiter Fußball und damit verantwortlich für den reibungslosen Trainings- und Spielbetrieb. Großer zeitlicher Aufwand, erfordert für ihn zudem Sorgfalt und Präzision, gerade in Zeiten der Pandemie mit der Ausarbeitung eines Hygienekonzeptes und dem erhöhtem Koordinationsaufwand. Als Vertreter des Vereins war er an der Planung der Sportanlage am Köttersweg beteiligt, hat den Bau begleitet und seither die Anlage bestens gepflegt. Er ist fast täglich vor Ort.
Ingeburg Decker
Sie feierte in diesem Jahr ihr 53-jähriges Bühnenjubiläum, bereits mit 14 Jahren stand Ingeburg Decker zum ersten Mal in Delfshausen für die Speelkoppel auf der Bühne. Seit 33 Jahren leitet sie die Speelkoppel, eine feste Institution in der Gemeinde, und führt Regie. Jahr für Jahr lockt das Ensemble mehr als 2000 Zuschauer in den Dorfkrug nach Delfshausen. Ganz nebenbei war Ingeburg Decker eine erfolgreiche Geschäftsfrau, hat mit ihrem Mann Friedrich Decker die gleichnamige GmbH gegründet.
Siegfried Chmielewski
Seit 1998 engagiert sich Siegfried Chmielewski ehrenamtlich im Rasteder Lions Club, in dem er rund 20 Jahre das Amt des Schatzmeisters innehatte und dem er zweimal als Präsident vorstand. Neben akuten und überregionalen Hilfsmaßnahmen bringt sich der Lions-Club mit Langzeitprojekten um das örtliche soziale Engagement ein: die Unterstützung schwer erkrankter Kinder und Jugendlicher und deren Familien, die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern mit Hilfe des Programms „Lions-Quest“. Zudem gehört die Förderung von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwäche in den Grundschulen auch dazu.
Julia Haß
Die 17-Jährige ist seit 2016 im Schützenverein Hahn aktiv – mit außergewöhnlichem Talent. Das zeigen eine Vielzahl guter Platzierungen bei Meisterschaften auf Vereins-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene auf. Julia Haß schaffte es bis zur nationalen Spitze. Im Wettkampf beim Schießen, ruhig und souverän und behält ihren Rhythmus und ihre Technik immer bei.
Im Jahr 2021 wurde die Spitzensportlerin zum ersten Mal Deutsche Meisterin in der Disziplin Luftgewehr 3 x 20 (kniend, liegend, stehend, jeweils 20 Schuss) mit 597 Ringen von 600 Ringen. In diesem Jahr wurde sie erneut Deutsche Meisterin in der Einzelwertung und darüber hinaus mit der Mannschaft Vizemeister.
