Ammerland - Corona? Ist doch vorbei. Solche Kommentare gab es in den letzten Tagen immer wieder zu den täglichen NWZ berichten. Dass Corona nicht vorbei ist, zeigt sich jedoch gleich in mehrfacher Hinsicht im Westersteder Klinikzentrum. Dort wird gerade um das Leben zweier Ammerländer gekämpft, die auf der Intensivstation beatmet werden. Und: es fehlt massiv Personal, weil sich eben auch Mitarbeiter infizieren.

Nun kann eine Impfung zwar keine Infektion verhindern. Sie kann aber dafür sorgen, dass einen Corona nicht so schwer trifft. Trotzdem hat sich im Ammerland eine spürbare Impfmüdigkeit bereits gemacht. Der Landkreis hält aktuell an sechs Tagen in der Woche Impfangebote vor. Doch die Nachfrage ist ernüchternd. In der vergangenen Woche holten sich lediglich drei Personen eine Erstimpfung, fünf die zweite Spritze. Tausende sind damit noch komplett ungeimpft. Wie viele es genau sind, lässt sich nicht sagen. Das Land veröffentlicht nur noch Quoten für ganz Niedersachsen. Die liegt für die ersten beiden Spritzen bei 77,7 Prozent. Übertragen auf das Ammerland hieße das: 98.271 Personen sind vollständig geimpft. Aber 28.204 eben nicht. Rechnet man noch (Klein-)Kinder und nicht impfbare Personen ab, bleibt immer noch eine fünfstellige Zahl.

Bei den Neuinfektionen gab es am Dienstag mit 112 Fällen immerhin einen leichten Rückgang zur Vorwoche. In Rastede gab es mit 30 Fällen die meisten. Dahinter folgen Edewecht (23), Westerstede (17), Bad Zwischenahn (15), Apen (14) und Wiefelstede (13).

Das Robert-Koch-Institut veröffentlichte eine Inzidenz von 885,0.

Die NWZ kommt anhand der Landkreis-Daten (Stand Dienstag 16 Uhr) auf einen Wert von 770,9. Auf Gemeindeebene hat Apen (572,2) die niedrigste 7-Tagesinzidenz. Es folgen Bad Zwischenahn (647,3), Wiefelstede (785,5) Westerstede (788,8), Edewecht (852,8) und Rastede (900,5).

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland