Bad Zwischenahn - Die Jugendherberge in Bad Zwischenahn wird ab dem kommenden Montag, 27. Dezember, vorübergehend zur Flüchtlingsunterkunft.
Wie die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Donnerstag bestätigt hat, sollen rund 120 Menschen dort untergebracht werden. Auch die Jugendherbergen Aurich und Emden werden demnach kurzfristig genutzt, um die Lage in den regulären Standorten der Aufnahmebehörde zu entzerren. „Die Zugangszahlen geflüchteter Menschen haben sich seit den Sommermonaten deutlich erhöht, zeitweise sogar verdoppelt“, schreibt die Behörde.
Unterkünfte entlasten
„In der aktuellen pandemischen Lage wird deswegen die Belegung in den Sammelunterkünften entzerrt, insbesondere um die Bewohnerinnen und Bewohner wie auch Beschäftigten vor Infektionskrankheiten zu schützen.“
Mit Unterstützung des Landesverbandes Unterweser Ems im Deutschen Jugendherbergswerk und weiterer örtlicher Akteure werde die Behörde drei Jugendherbergen temporär als Außenstellen betreiben. Maximal 375 Personen könnten in den Herbergen untergebracht werden, eine Vollbelegung sei aufgrund der pandemischen Lage aber nicht vorgesehen.
Vor allem Familien
Insbesondere Familien und besonders schutzbedürftige Personen, wie allein reisende Frauen sollen in die Jugendherbergen gebracht werden. Als Herkunftsländer nennt eine Sprecherin der Behörde vor allem Syrien, Afghanistan und den Irak. Der Betrieb der Unterkünfte ist bis Ende Februar 2022 befristet. Die Betreuung sollen Mitarbeiter der Landesaufnahmebehörde, darunter auch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter übernehmen, außerdem Personal des Jugendherbergswerkes, sowie Dienstleister, zum Beispiel für den Sicherheitsdienst.
Die Gemeinde Bad Zwischenahn erfuhr am Mittwoch von der geplanten Belegung der Jugendherberge, wie Bürgermeister Henning Dierks sagte. Aufgaben bei der Betreuung der neuen Herbergsbewohner werde die Gemeinde nicht übernehmen müssen.
