Rastede - Auf Hörwanderung durch Rastede: Das ist seit 2011 mit Hilfe von „Culture Call“ möglich. 16 Sehenswürdigkeiten im und um den Schlosspark wurden seinerzeit einer Telefonnummer zugeordnet. So konnte Wissenswertes abgerufen werden.
Jetzt wurde der Rundgang für die Ohren gründlich „entstaubt“ und modernisiert. Einmal technisch: Die Telefonnummern gibt es nun nicht mehr, stattdessen können Informationen per QR-Code abgerufen werden. Und vor allem inhaltlich: Die Texte seien verschlankt worden, ohne dabei an Substanz einzubüßen, sie seien „frischer gestaltet“ worden und sechs neue Stationen seien hinzugekommen, sagt Projektleiterin Birgit Denizel von der Residenzort Rastede GmbH.
20 Stationen
19 000 Euro kostete die Modernisierung, die Hälfte wurde über das Leader-Projekt gefördert, ergänzt Geschäftsführer Holger Piwowar. An den jetzt 20 Stationen weisen Schilder auf „Culture Call“ hin. Auf ihnen befindet sich der QR-Code, der mit dem Smartphone eingescannt werden kann. So gelangen die Nutzer auf die Internetseite „cultureapp.com“, auf der Wissenswertes aus dem Residenzort unterhaltsam vermittelt wird. Neu: Die Texte sind nun auch auf Englisch verfügbar. Auf der Seite ist zudem eine interaktive Karte zu finden, die Auskunft über den Standort des jeweiligen Nutzers und nahegelegene Stationen gibt.
20 Stationen im Rasteder Schlossparkareal können mittels „Culture Call“ erlebt werden. Informationen gibt es über die Arkadenspirale, den Bouleplatz, den Ellernteich, das Hirschtor, die Kastanienallee, die St.-Marien-Kirche, den Mühlenhof, das Nikolaus-Friedrich-Peter-Denkmal, das Palais, die Parkgewässer mit Rundteich-Brücke, die Räubersteine, die Rhododendren, den Sängerplatz mit Klostersäule, das Schloss, die St.-Ulrichs-Kirche, den Turnierplatz, den Venustempel mit Schlossgarten, das Vorwerk, die Wassermühle und die Wolfsschlucht.
Im Ammerland wird „Culture Call“ noch in weiteren Gemeinden eingesetzt. So gibt es die „Aper Lieblingsorte“, die „Parklandschaft Ammerland“ und die „Westerstede Hörwanderung“ mit insgesamt über 40 weiteren Stationen.
Wie schon 2011 wurden professionelle Sprecher engagiert, die Rastedes Geschichte eine Stimme geben. Untermalt wird das Ganze hörspielartig mit Geräuschen und Musik. Entertainerin Annie Heger, die freie Autorin Ruth Hunfeld und der freischaffende Schauspieler Oliver Peuker berichten unter anderem über den Bau der Arkadenspirale, die kuriose Entstehung des Ellernteichs und die geheimnisvollen Räubersteine im Schlosspark.
„Ich fand es spannend, etwas über die Historie des Ortes zu erfahren, sich in diese Zeit und in die verschiedenen Rollen zu versetzen“, sagt Ruth Hunfeld. Oliver Peuker erzählt, er werde den Namen Loheyde nun nicht mehr vergessen. „Das war der Schankwirt am Bahnhof, bei dem Nikolaus Friedrich Peter einen Rosenlikör trank.“
QR-Codes seien inzwischen so gängig, dass auch Ältere keine Scheu mehr hätten, diese zu nutzen, erklärt Dennis Schulz, Projektentwickler bei „Culture Call“, warum diese Technik gewählt wurde. Zudem entfalle die telefonische Einwahl, die Inhalte seien schneller verfügbar.
Für die Texte zeichnet erneut Holger Schmitt verantwortlich. Er habe auf die Basisinformationen zurückgegriffen, die 2011 verwendet wurden und diese in Zusammenarbeit mit Birgit Denizel zeitgemäß aufgearbeitet. Die alte Fassung habe sich noch sehr am klassischen „Gästeführersprech“ orientiert, viele Jahreszahlen enthalten und sei insgesamt „etwas kantig“ gewesen. Nun sei alles „anhörbarer“ geworden.
Erheblich aufgewertet
Für Holger Piwowar von der Residenzort Rastede GmbH ein wichtiger Punkt: „Wir wollen Wissen unterhaltsam vermitteln.“ „Culture Call“ sei nun „erheblich aufgewertet“ worden und biete die Möglichkeit, Rastede unabhängig von den Gästeführungen auf eigene Faust zu erkunden.
Die 20 Stationen sollen dazu zu einem Rundweg verbunden werden. Eine Beschilderung gibt es aber noch nicht. Auch sogenannte „.gpx-Daten“, wie sie in allen gängigen Spazier- und Wanderapps verwendet werden, existieren noch nicht. Dies sei aber in einem nächsten Schritt möglich, sagt Piwowar. Vorerst müssen sich Interessierte an einer ausgedruckten Karte orientieren, die die Residenzort Rastede GmbH zur Verfügung stellen will. Auf der technischen Seite ist also noch Luft nach oben.
