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Disco Tange im Lockdown Statt Malle-Hits nur endlose Stille

Tange - „Ein Jahr ist es jetzt her, ein ganzes Jahr, seit wir schon geschlossen haben“, sagt Boris Mennenga, Besitzer der Disco in Tange. „Aber das heißt ja nicht, dass es nichts zu tun gibt. Bei einem solch’ großen Gebäudekomplex muss immer etwas gewartet, kontrolliert, repariert und gesäubert werden. Und Zeit für Verschönerungsarbeiten haben wir jetzt jede Menge. Unsere große Halle bekommt ein anderes Gesicht, damit sie weniger nach Industriehalle aussieht. Wir haben die Wände mit diversen Schildern verziert und die weiße Decke wird blau gestrichen – blau wie der Himmel.“

Ersparnisse investiert

Boris Mennengas Tage und die seines Vaters Hermann sind somit auch in Corona--Zeiten mit Arbeit gefüllt: mit Arbeit für eine ungewisse Zukunft. „Das hier ist unsere Existenz, das Lebenswerk meiner Eltern, das Resultat jahrzehntelanger Arbeit“, sagt Boris Mennenga, selbst Vater von vier Kindern. „Wenn meine Eltern ihre Ersparnisse nicht in unser Unternehmen gesteckt hätten, gäbe es die Disco nicht mehr.“ Schließlich hat das Unternehmen seit dem 12. März 2020 keine Einnahmen mehr.

Geld für zwei Monate

„Wir haben 2020 zwei Monate finanzielle Unterstützung bekommen. Das ist gut und nicht selbstverständlich. Aber letztendlich ist es nicht mehr, als ob man einem Ertrinkenden im Atlantik einen Rettungsring zuwirft. Das hält ihn kurz über Wasser, aber rettet ihn nicht. Ohne familiäre Unterstützung würde nichts mehr gehen“, so der 37-Jährige.

Musik für jeden Geschmack

In dritter Generation ist Boris Mennenga als Unternehmer in Tange tätig. Seine Großeltern hatten einen Lebensmittelladen und einen Gasthof. Die Dorfschänke übernahm schließlich ihr Sohn Hermann, der mit seiner Frau Hiltrud zunächst ein Abendlokal und später die Disco betrieb.

1972 wurde die Disco gebaut. Nach und nach wurde der Betrieb immer größer. 2010 entstand die erste feste Veranstaltungshalle (Taxihalle), 2012 die Bushalle. Musik für verschiedene Zielgruppen – von Party-, Tanz- und Rockmusik, Hits aus den Charts bis hin zu Black & House – werden auf verschiedenen „Dancefloors“ (Mainhall, „Mitte“, Kuhstall und Biergarten) angeboten.

Kosten reduzieren, so hieß schon im März 2020 das Gebot der Stunde. Verträge mussten ausgesetzt oder gar gekündigt, Warenbestände reduziert werden, die Mitarbeiter – sieben Festangestellte gibt es neben zahlreichen Aushilfen – wurden in Kurzarbeit geschickt.

In Kurzarbeit

„Wir haben tolle Mitarbeiter. Aber ich kann es ihnen ja nicht verdenken, wenn sich der eine oder andere nach einem Jahr Kurzarbeit – sie haben schließlich auch Familie – nach beruflichen Alternativen umsieht. Das hieße bei einem Neuanfang, dass neues Personal eingearbeitet werden muss“, sorgt sich Boris Mennenga. Das gelte auch für die Aushilfen, vielfach Schüler, die die neuen Hilfen anlernten, bevor sie zum Studium wegzögen oder eine Ausbildung machten. „Uns fehlen zwei Jahrgänge.“

Hoffen und Bangen

Die Zeit seit März 2020 sei eine zwischen Hoffen und Bangen, das zehre an den Nerven. „Wir werden ständig gefragt, ob und wann wir wieder öffnen können. Aber das wird wohl erst gehen, wenn alle geimpft sind oder negative Corona-Testeregebnisse mitbringen“, so Boris Mennenga.

HILFEN FÜR DISCO-BETREIBER WIE IN TANGE Finanzielle Hilfen für 2020 noch bis Mittwoch beantragen

Tange

Pläne hatten die Mennengas schon. 2020 wollte man statt des abgesagten Frühtanzes, zu dem sonst rund 25 000 Gäste kommen, einen XXL-Biergarten für 500 Besucher öffnen. Trotz Genehmigungen sagte man ab, weil es dem begeisterten Tanger Partyvolk nicht zu vermitteln war, dass nur 500 rein durften. Auf Eis gelegt sind die Erweiterungspläne. Großgaragen des Taxi- und Busunterstands sollten zur Eventhalle umgebaut werden. „Das liegt in weiter Ferne. Jetzt heißt es überleben.“

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
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