Tange - „Wir fangen quasi bei Null wieder an. Nun geht es erst einmal darum, ob unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch weiter dabei sind und ob wir in Zeiten, wo viele Menschen der Gastronomie den Rücken kehren, weitere neue finden können“, sagt Boris Mennenga, Betreiber in Disco in Tange. „Wenn alles optimal läuft, wir entsprechendes Personal haben und die Rahmenbedingungen stimmen, würden wir ja gern im März wieder öffnen, aber hinter unserem Neustart stehen noch diverse Fragezeichen.“
Öffnungsperspektive
Seit Ende November 2021 herrscht statt Partystimmung wieder Stille in der Disco, nachdem der Betrieb nach 16 monatiger coronabedingter Zwangspause erst Ende Juni 2021 wieder öffnen konnte. Doch nun ist endlich ein Silberstreif am Horizont zu sehen. Bund und Länder haben Lockerungsschritte aus den Corona-Maßnahmen beschlossen. Danach dürften ab dem 4. März Diskotheken und Clubs nach der 2G-plus-Regel wieder öffnen. Das beinhaltet, dass Geimpfte und Genesene mit tagesaktuellem Test oder dritter Impfung) wieder in die Disco könnten.
Viele Frage
Dennoch gibt es noch viele offene Fragen. „Wir wissen noch nicht, welche Vorgaben das Land Niedersachsen darüber hinaus macht“, so er Discobetreiber. „Wenn nur die 2G-Plus-Regel für den Disco-Besuch gilt, wäre das für uns leicht umzusetzen. Wenn die Gäste auf der Tanzfläche eine Maske tragen müssten, wäre das zwar nicht schön, ginge aber auch noch. Aber wenn die letzte Regelung weiterhin gelten sollte und alle Gäste in der ganzen Disco ständig, auch an den Sitzplätzen, Masken tragen müssen, dann können wir nicht öffnen. Eine ständige Maskenpflicht aller Gäste können wir einfach nicht kontrollieren.“
Auch Großveranstaltungen sollen nach dem Exit aus dem Corona-Schutzmaßnahmen wieder möglich sein. Wird es in diesem Jahr zu Pfingsten wieder den beliebten Frühtanz geben, der wie in den vergangenen Jahren durchaus wieder rund 25 000 Gäste in das kleine Ammerländer Dorf ziehen könnte? „Ich habe diese Woche ein erstes Gespräch mit unserem Sicherheitsberater“, berichtet Mennenga, der sich – wenn überhaupt – nach entsprechenden Absprachen mit den Behörden nur einen „Frühtanz light“ mit maximal 40 bis 50 Prozent der sonstigen Gästezahl vorstellen kann. Schließlich hätten alle beteiligten Branchen für dieses Superevent wie Techniker, Sicherheitsdienstes, die Firmen, die die Toilettenwagen vermieteten etc., ihre Betriebe stark heruntergefahren. Erfahrenes Personal fehle coronabedingt inzwischen in vielen Branchen. Umzusetzen sei eine Großveranstaltung wie der Frühtanz jedoch nur mit vielen Partnern. „Wir müssen schauen, was machbar ist und was wir mit den Genehmigungsbehörden umsetzen können.“
Dauerlösung nötig
Auch wenn die Devise bei allen Planungen wieder „Abwarten und Tee trinken“ heißt, so hofft Boris Mennenga, dass die jetzt von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungsschritte aus den Corona-Schutzmaßnahmen nicht wieder auf ein paar Monate begrenzt sind. „Wenn wir im Oktober wieder schließen müssten, weiß ich nicht, ob ich nochmal die Kraft habe, einen weiteren Neustart zu wagen.“
