Rastede - Man denkt unweigerlich an die Zeile „Und am Ende der Straße steht ein Haus am See“ aus dem Song von Peter Fox. Am Ende des Tannenwegs in Rastede befindet sich das Gebäude der früheren Hotelpension „Haus Waldblick“. Vor fünf Jahren kaufte der Rasteder Arzt Dr. Andreas Brüning das 30.000 Quadratmeter große Areal. Es folgten fast vier Jahre Bau- und Renovierungsphase. Voraussichtlich im März soll nun die Pflegewohngemeinschaft „Residenz am See“ eröffnen.
Zehn Zimmer
„Für mich ist das ein Herzensprojekt“, sagt Brüning. Aus seiner beruflichen Tätigkeit wisse er, dass Ältere oft nicht gut versorgt seien, wenn sie „in der Masse untergebracht sind“. Die „Residenz am See“ verfolge deshalb ein anderes Ziel. Zehn Einzelzimmer (Durchschnittsgröße 23,5 Quadratmeter) und zwei Zimmer als Wohneinheit für Paare stehen in der ehemaligen Pension zur Verfügung, Herzstück sind die knapp 200 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen. Sie bieten sowohl Platz zum Zusammenkommen als auch zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten.
Der ambulante Pflegedienst Vita aus Rastede übernimmt die Betreuung und pflegerische Versorgung und will eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung anbieten. „Dafür stellen wir ein eigenes Team unter anderem aus Pflege- und Betreuungskräften zusammen“, sagt Inhaber Roman Schwalbe. 15 zusätzliche Beschäftigte werde der Pflegedienst mindestens einstellen. „Das Team wird den Bewohnern in allen Belangen des täglichen Lebens assistieren. Dabei steht die Förderung der Selbstbestimmung an erster Stelle“, sagt Schwalbe.
Der Pflegedienst Vita habe schon häufiger Anfragen bekommen, Wohngemeinschaften zu betreuen. „Das haben wir bisher immer abgelehnt“, sagt Schwalbe. Brünings Konzept habe ihn indes vollständig überzeugt. „Die Räumlichkeiten, die hier entstanden sind, sind einzigartig“, schwärmt er. Und auch Brüning sagt: „Eine WG dieser Art gibt es bisher nicht in Rastede.“
Mehrere Klageverfahren
Bei der Umsetzung musste der Arzt auch verschiedene Schwierigkeiten bewältigen. „Es war aus bestimmten Gründen nicht einfach“, sagt Brüning. Dass bis zur Fertigstellung fast vier Jahre ins Land gingen, habe auch mit mehreren Klageverfahren zu tun gehabt, die gegen ihn angestrengt wurden. „Dadurch hatten wir eine Verzögerung von zwei Jahren“, sagt Brüning.
Das Gebäude wurde kernsaniert und energetisch auf den neusten Stand gebracht. Mit den Arbeiten beauftragte Brüning die Rasteder Firma Fribo Team. Bei baurechtlichen Fragen half die Gemeinde Rastede weiter. Auf dem Gelände wurden Bäume gefällt, Sträucher zurückgeschnitten, Spazierwege und ein Steg angelegt, von dem aus der Blick über einen kleinen See schweifen kann.
