Edewecht - Aus dem kleinen „Lüttje Hus“ ist ein großer Kindergarten geworden: Nach dem Ende der Corona-Zwangspause und den abgeschlossenen Umbaumaßnahmen steht wieder das volle Betreuungsangebot zur Verfügung.
Seit 2008 ist der Kindergarten von zwei auf inzwischen fünf Gruppen mit 17 Mitarbeitern angewachsen. Aktuell befinden sich 125 Kinder in Betreuung, 25 davon in einer Nachmittagsgruppe.
Baumaßnahmen abgeschlossen
Ende letzten Jahres wurden die Baumaßnahmen abgeschlossen. Seitdem gibt es vier Gruppenräume à 65 Quadratmeter. Normalerweise sind es nur zwei Quadratmeter pro Kind – also 50 Quadratmeter. Hierbei handelt es sich aber um ehemalige Klassenräume. Dazu kommen ein großer Bewegungsraum, eine Cafeteria, Mitarbeiterräume und mehr. Auch der Spielplatz wurde erweitert, zudem gibt es auf der Außenfläche nun einen eigenen Garten, in dem Kräuter und Gemüse angepflanzt werden. „Draußen sein und gesunde Ernährung spielen bei uns eine große Rolle“, sagt Leiterin Angelika Hillje.
Notbetreuung wurde angeboten
Vor Ostern waren die Kindergärten in der Gemeinde Edewecht zwei Wochen komplett geschlossen. Danach wurde eine Notbetreuung eingerichtet, durch die 15 Kinder im „Lüttje Hus“ betreut werden konnten. Darüber hinaus wurde 25 Schulkindern eine Betreuung angeboten. Ab Ende Juni konnten die Kinder dann alle zumindest wieder für einige Stunden am Tag in den Kindergarten kommen.
Insgesamt 60 000 Euro Investitionszuschuss hat jetzt der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Ammerland für die Erweiterung des Kindergartens „Lüttje Hus“ in Edewecht gewährt. Die Gesamtkosten betragen 245 000 Euro. Damit gibt es für jeden der 25 neu geschaffenen Plätze im Kindergarten 2400 Euro. Allerdings: Die Zuwendung wurde vorbehaltlich der Einplanung entsprechender Finanzmittel im Haushaltsplan 2021 des Landkreises Ammerland bewilligt.
Während dieser Zeit wurden die Kinder aktiv mit Spiel- und Bastelmaterialien versorgt. Gut kam der gruppeninterne „Rausschmiss“ der kommenden Schulkinder an. Am letzten Tag ließen diese Luftballons steigen und wurden auf eine Matte aus dem Kindergarten „herausgeworfen“.
Regelbetrieb läuft jetzt
Seit dem 13. August läuft im „Lüttje Hus“ wieder der normale Regelbetrieb. „Die Gruppen dürfen sich mischen, es gibt wieder Mittagessen und die kompletten Betreuungszeiten“, freut sich Hillje. Den Kindern habe durch die Isolation vieles gefehlt. Nur eines ist anders: Die Eltern dürfen nicht mehr mit in die Einrichtung kommen, stattdessen bringen sie ihre Kinder bis vor die Tür. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht. Die Kinder werden dadurch selbstständiger, deshalb wollen wir das beibehalten“, sagt Hillje.
Bauwagen in Wald aufgestellt
Ein Kleinod für die Kinder gibt es jetzt in einem kleinen Waldstück ganz in der Nähe des Kindergartens. Die Gemeinde hat einen Bauwagen zur Verfügung gestellt, den die Mitarbeiter in der Corona-Zeit angestrichen und renoviert haben. Darin lagern nun Materialien zum Spielen, Sitzkissen und andere Dinge. Zudem dient er als Unterstand. An drei Tagen in der Woche können die Kinder dort unter Aufsicht den Wald erkunden.
„Wir möchten noch einmal darauf aufmerksam machen, dass Hundebesitzer bitte Rücksicht darauf nehmen, dass hier die Kinder überall im Wald spielen“, sagt Angelika Hillje. Dazu kommt, dass immer wieder Jugendliche in den Bauwagen einsteigen und randalieren. Auch am Montag musste die Leiterin die Polizei rufen, weil Gegenstände aus dem Bauwagen auf dem Gelände verteilt worden waren.
