Edewecht - Seit Wochenbeginn gibt es wieder ein wenig mehr Abwechslung in Edewecht. Nach acht Wochen Zwangspause ist der Bücherkeller der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Edewecht an der Hauptstraße 40 ist wieder geöffnet. Damit das in den engen Räumen, die nur über eine schmale Treppe zu erreichen sind, auch klappt, haben sich die Bibliotheksleiterinnen Angelika Neumann und Christine Wilke etwas ausgedacht. „Wir haben uns ein Konzept überlegt, wie wir wieder öffnen können. Da ist uns die Idee mit den Bällen gekommen“, sagt Wilke.
Warten auf den Ball
Jeder Gast muss schon oben am Eingang in einen Korb greifen und dort einer der vier gelben Plastikbälle herausholen – natürlich erst, nachdem er sich die Hände am bereitstehenden Spender desinfiziert hat. „So verhindern wir, dass sich zu viele Menschen im Bücherkeller begegnen“, sagt Neumann. Alle anderen müssen warten, bis wieder ein Ball nach der Ausleihe zurückgelegt wird. Das gilt auch für Kinder. „Daher wäre es wünschenswert, wenn vorerst immer nur eine Person zur Ausleihe kommt“, meint Christine Wilke.
Damit möglichst viele Personen die Gelegenheit zur Ausleihe und Rückgabe bekommen, ist keine allzu lange Verweildauer möglich. Die Idee mit den Bällen sei vom Bewegungsraum in der Kindertagesstätte Edewecht abgeschaut. „Zu uns kommen viele junge Familien. Die wissen dann schon Bescheid, weil die Kinder das mit dem Ball kennen“, erklärt Neumann.
Gewohnte Öffnungszeiten im Bücherkeller der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Edewecht an der Hauptstraße 40 sind seit Anfang der Woche wieder:Dienstags bis freitags 10 bis 13 Uhr;Montags bis freitags 15.30 bis 17.30 Uhr;Samstags 9.30 bis 12 Uhr.Fragen unter
In den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung habe das gut geklappt. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein weitläufiger Spuckschutz um den Servicetresen herum. „Damit sind wir gut abgeschirmt. Wenn wir die Besucher in der Bibliothek beraten, tragen wir aber auch selbst Mundschutz“, erklärt Neumann. Maskenpflicht und Abstandsregeln mit Klebestreifen sind für die Besucher ebenso vorgeschrieben wie in allen Geschäften.
Da der Bücherkeller rund 70 Quadratmeter Fläche hat – abzüglich der Bücherregale und Tische – haben sich die Leiterinnen für die Maximalanzahl von vier Personen entschieden. Laut Auflage müssten pro Besucher zehn Quadratmeter Platz bereitstehen. Die Rückmeldungen seien bisher positiv. „Die Leute freuen sich, dass wir wieder für sie da sind“, sagt Angelika Neumann.
Neue Medien ausleihen
Da durch die Rückgabebox vor dem „Haus der offenen Tür“ schon wieder zahlreiche Ausleihen zurückgekommen sind, ist der Bücherkeller gut bestückt. Zum Schutz vor Infektionen bleiben alle Medien drei Tage lang separat aufbewahrt, bevor sie wieder verliehen werden. „In der Corona-Zeit haben wir die Ausleihen automatisch verlängert“, sagt Neumann. Mahngebühren verhänge der Bücherkeller keine. Nun würden sie sich über viele Rückgaben freuen – auch von den Schulen und Kindergärten, die sie versorgen. Sechs Einrichtungen haben einen festen Bestand an Medien aus dem Bücherkeller.
Vormittags und nachmittags steht zu den regulären Öffnungszeiten (siehe Infobox) das breitgefächerte Angebot zur Ausleihe bereit. „Es war ein großer Schritt, wir sind aber gut vorbereitet“, ist sich Christine Wilke sicher.
In den Wochen der Schließung wurden 200 neue Medien eingearbeitet. „Wir haben viele neue Leseangebote“, so Neumann. Insgesamt stehen 8000 Medien bereit – darunter Bücher, Spiele, Hörbücher, Zeitschriften und DVDs für Kinder. Auf den Jüngsten liegt der Fokus des Bücherkellers – aber auch Erwachsene können hier fündig werden. So ist zum Beispiel Meike Horn aus dem Arbeitskreis Bücherkeller vorbeigekommen, um sich Bücher auszuleihen.
