Edewecht/Bischheim - Edewecht darf erneut behaupten, eine Weltmeisterin in der Gemeinde zu haben. Bereits 2019 siegte Carmen Harms als erste deutsche Spielerin auf der in Wüsting ausgetragenen Weltmeisterschaft im Jakkolo. Und nun zum zweiten Mal.
Vergangenes Wochenende trafen sich die besten 309 Spielerinnen und Spieler aus aller Welt im französischen Elsass, um sich zu duellieren. in Bischheim hatte auch das erste deutsche Team – bestehend aus Bianca Köster, Moritz Tschörtner, Björn Tangemann, Fabian Oltmanns und Hilarius Hübenthal – im Finale die Chance auf den Titel. Nur mit wenigen Punkten Unterschied gewann jedoch die niederländische Auswahl.
Wir-Gefühl siegt
Dennoch besteht große Hoffnung für die kommende Weltmeisterschaft 2026 wieder ein Team-Finale zu bestreiten, denn Deutschlands Jakkolo–Team steht für Zusammenhalt und Wir-Gefühl – für Carmen Harms Schlüsselfaktoren für eine gute Leistung und ihr persönlicher Grund, sich doch zur Fahrt nach Frankreich verleiten zu lassen. Harms hatte ursprünglich nicht geplant, sich aufstellen zu lassen und ist kurzfristig als Ersatzspielerin durch viel Zuspruch des deutschen Teams mitgereist.
Sie sei für das Team ein sportliches Vorbild im Jakkolo mit Nerven aus Stahl, hieß es anerkennend aus der Mannschaftsleitung. Auch unter schwierigsten Anforderungen zeige sie sanftmütige Gelassenheit und eine stets zielfokussierte Haltung, um die Scheiben in die Fächer zu treffen. Das sicherte ihr letztlich auch das Ticket fürs Final. Bei der Weltmeisterschaft gilt ein verkürzter Spielmodus mit 20 Scheiben und zwei Durchgängen, bei der eine Höchstpunktzahl von 100 erreicht werden kann. In der Einzelmeisterschaft gilt es, eine bessere Leistung im direkten Duell zu erzielen und dadurch Punkte zu erhalten. Pro Sieg im Duell gibt es zwei Punkte. Im Finale liegt die Zielpunktzahl bei 13.
Knappes Finale
Harms niederländische Finalgegnerin Jaqueline Klunder forderte ihre Konzentration bis zum letzten entscheidenden Spiel. In dem hätte Klunder aber eine hohe Vorlage liefern müssen, um Harms vor eine Herausforderung zu stellen. Sichtlich enttäuscht verließ Klunder aber mit einer schwachen 51 das Brett, bei einem Punktestand von 12 zu 12. Harms konnte den Sieg so sicher ausspielen.
Fast ebenso erfolgreich zeigte sich Hilarius Hübenthal, der haarscharf den Einzug ins Finale der Männer verpasste. Aufgrund einer einzelnen Jakkoloscheibe verlor er gegen den amtierenden Weltmeister Jan Oostenbrink. Hübenthal belegte letztlich den 4. Platz und darf sich als bester männlicher deutscher Spieler des Turniers bezeichnen.
Wo die kommende Weltmeisterschaft ausgetragen wird, ist noch nicht entschieden. Derzeit werden international geeignete Veranstaltungsstätten gesucht. Schwedens Mannschaft zeigte sich äußerst interessiert, die Welt zu sich in ihre Hauptstadt Stockholm einzuladen, jedoch seien die zu tragenden Kosten zu hoch.
