Edewecht - Wo normalerweise rege Betriebsamkeit herrscht, Kinder lachen, toben und die Erzieher sich dazwischen Gehör verschaffen wollen, ist es momentan ziemlich still geworden. Wegen der verschärften Corona-Maßnahmen dürfen in Edewecht nur die Kinder, die eine sogenannte Notbetreuung bekommen, in die Kindertagesstätten kommen.
Folgen der Corona-Pandemie
Spurlos geht das an den kleinsten Mitgliedern der Gesellschaft nicht vorbei. „Normalerweise raten wir Eltern bei Defiziten in der Motorik oder im Sozialverhalten, zu einem Sportverein zu gehen oder Kontakt mit anderen Kindern aufzunehmen“, meint Angelika Hillje, die den Kindergarten Lüttje Hus mit fünf Gruppen und 17 Mitarbeitern in Edewecht leitet. Das sei momentan wegen der Kontaktbeschränkungen allerdings nicht möglich. „Bei der Einschulung wird man merken, dass es motorische oder emotionale Einschränkungen gibt.“
Aus diesem Grund ist auch im Lüttje Hus derzeit kaum etwas los. Eine Betreuung wird nur für Kinder angeboten, deren Eltern nachweislich arbeiten gehen müssen. Normalerweise werden im Lüttje Hus 125 Kinder betreut, 25 davon in einer Nachmittagsgruppe.
Kinder leiden unter Kontaktverbot
Zurzeit kommen maximal 25 Kinder am Tag. „Es kann schon mal sein, dass nur ein bis zwei Kinder in ihrer Stammgruppe sind“, so Hillje. Zwar sei dann eine intensivere Betreuung möglich, es fehle aber die Freundschaft unter den Spielkameraden: „Die Kinder leiden darunter. Viele sind froh, überhaupt in die Einrichtung kommen zu dürfen.“
Besonders betroffen seien Kinder, die zu Hause keine Geschwister haben. „Es ist schon heftig, was die kleinen Mäuse durchmachen müssen“, findet Hillje: „Den Kindern wird ein ganzes Stückchen ihrer Kindheit genommen.“ Sie und die Mitarbeiter würden sich wünschen, dass ihre Schützlinge möglichst bald wieder in die Kita kommen können.
Tipps für zu Hause
Das komplette Personal arbeite weiterhin. „Die Kollegen, die nicht in die Betreuung eingebunden sind, sammeln beispielsweise Materialien.“ Dazu zählen Sing- und Bastelspiele oder Vorschularbeiten. Diese Tipps für zu Hause werden dann über die Kindergarten-App verschickt, welche die Gemeinde Edewecht am 1. Oktober als erste Kommune im Landkreis Ammerland eingeführt hat. „Das erleichtert uns vieles. Vorher war es schwierig, alle Eltern per E-Mail, WhatsApp oder persönlich zu erreichen“, freut sich Hillje über die technische Neuerung.
In Kontakt bleiben
Zu Beginn des Corona-Lockdowns haben die Kita-Mitarbeiter an jedes Kind einen Brief geschrieben. „Wir haben extra einen Postkasten angebaut für die Kinder, die den Brief beantworten wollen“, sagt Hillje. Es gebe noch weitere Aktionen, um mit den Kindern in Kontakt zu bleiben. Beispielsweise wurden bemalte Kieselsteine an den Straßen versteckt. Auch über die Kita-Info-App werden regelmäßig Informationen an die Eltern weitergeleitet.
Laut der Kita-Leiterin würden sich die Eltern an die Kontaktbeschränkungen halten und Verständnis für die Situation zeigen. Beschwerden seien in der Einrichtung bisher keine angekommen.
