Edewecht - Es ist Sonntag, die Freunde haben sich zum Besuch angemeldet und Sie brauchen dringend Grillfleisch, aber der Metzger des Vertrauens hat geschlossen: Ziehen Sie es sich doch einfach aus dem Automaten. Damit das Grillfieber nicht erlischt, hat die Karl Hobbie Fleischwarenfabrik in Edewecht einen Grillfleischautomaten in Betrieb genommen.

Es ist allerdings nicht der erste Automat im Ammerland. Seit einigen Jahren steht in Augustfehn ebenfalls ein Fleisch- und Wurstautomat. Nun hat auch die Firma Hobbie in Edewecht nachgerüstet.

Ab Donnerstag kann man am Bachmannsweg zu jeder Tageszeit bis zu hundert Kilogramm Grillgut wie Nackensteaks, Grillies und Hähnchen mit Curry oder Bärlauch bekommen, aber auch Wurstspezialitäten wie der „Wattwurm“ gehören zum Sortiment. Befüllt ist der Verkaufsautomat mit regionalem Fleisch. Das Grillfleisch lagert dort zwischen zwei und vier Grad.

Noch etwas verhalten geht Niels Hobbie, Leiter der Firma, an die Neuanschaffung heran: „Wir wollen erst einmal schauen, wie das Angebot angenommen wird und welches Produkt gekauft wird.“

Kollegen aus der Branche hätten ihm zu dem Vollautomat geraten. „Umsatztechnisch würden sie es nie wieder anders machen“, berichtet der Fleischwarenfabrikant. Auch in Internetforen habe er von anderen Betreibern gelesen, dass der Grillfleischautomat voll eingeschlagen ist. Ein Bekannter aus Strücklingen habe ihn schließlich überzeugt, es selbst auszuprobieren.

Der Automat ist auch eine Alternative zu längeren Öffnungszeiten, ergänzt Wiebke Hobbie-de Vries, die im Büro der Fleischwarenfabrik arbeitet. So könne man das Personal entlasten und gleichzeitig samstags, sonntags und auch feiertags auf die große Nachfrage nach Fleisch flexibel reagieren. Lediglich eine abrufbereite Servicekraft benötige es, die für Nachschub sorgt.

Wer den Grillfleischautomat direkt am Eingang der Produktionsstätte am Bachmannsweg vermisst, geht wenige Meter nach rechts zum Carport beim Kundenparkplatz. Dort steht die vollautomatische Maschine geschützt unter einer Überdachung. „Wegen der hohen Sonneneinstrahlung kann der Automat nicht am Eingang stehen“, so Wiebke Hobbie-de Vries.

Im Moment kann man zwar nur bar bezahlen, für die Zukunft ist der elektronische Zahlweg allerdings nicht ausgeschlossen. „Auf Empfehlung des Herstellers haben wir den Automat auf Bargeldbezahlung eingestellt. Sollte die Nachfrage da sein, können wir zusätzlich auf Kartenzahlung umrüsten“, sagt Niels Hobbie. Und was passiert, wenn die Grillsaison vorbei ist? „Dann werden wir das Sortiment in Pinkel, Kochwurst und Suppe umändern. Es wird immer der Jahreszeit angepasst.“