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Genug Kindergartenplätze In Edewecht? So entwickeln sich die Zahlen

Edewecht - Eltern haben ein Anrecht darauf, dass ihr Nachwuchs betreut wird. In den vergangenen Jahren haben Familien immer wieder berichtet, dass ein gewünschter Betreuungsplatz nicht angeboten wurde. Wie sieht die Lage aktuell aus? Im Kindergartenjahr 2020/21 sind die Kindergarten- und Krippenplätze unter Berücksichtigung der Gruppen in der neuen Kindertagesstätte in Friedrichsfehn „gut ausgelastet“, sagt Dirk Sander, Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Ordnung bei der Gemeinde Edewecht.

Auf das gesamte Kindergartenjahr seien noch 24 Plätze im Vormittags- und Ganztagsbereich frei, im Krippenbereich seien insgesamt elf freie Plätze besetzbar. Nach Einschätzung der Gemeinde werden die Kapazitäten in den Kindertagesstätten bis zum Ende des Kindergartenjahres ausreichend sein. „Wenn Bedarf besteht, dann im Krippenbereich“, sagt Sander.

Fachkräftemangel im sozialen Bereich

Der Fachkräftemangel im sozialen Bereich hinterlässt auch in Edewecht seine Spuren: Die neue Kindertagesstätte in Friedrichsfehn wird laut Verwaltung zum 1. Oktober lediglich mit zwei Krippengruppen starten, da das Deutsche Rote Kreuz als Träger für die dritte Krippengruppe (ganztags) trotz intensiver Bemühungen kein Fachpersonal habe anstellen können. Zukünftig würden dort also 15 weitere Plätze zur Verfügung stehen.

Einwohnerzahlen betrachtet

Eine Auswertung der Statistiken zur Entwicklung der Einwohnerzahlen mit Stand vom 10. September ergibt nach Angaben der Verwaltung, dass die Kinderzahlen im Kindergartenbereich in den nächsten Kindergartenjahren leicht rückläufig sein sollen. Durch Zuzüge und dadurch, dass wahrscheinlich wieder einige Flexikinder ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben würden, werde die Zahl der Kindergartenkinder aber voraussichtlich noch steigen.

Auslastung der Kindergartenplätze

Insgesamt gibt es in allen Einrichtungen in der Gemeinde Edewecht 502 Vormittagsplätze. Davon sind aktuell zum 1. Oktober nur 446 belegt. Ganztagsplätze sind 294 vorhanden, zudem werden 100 Nachmittagsplätze angeboten.

Die aktuell freien Plätze sind aber zum großen Teil bereits an angemeldete Kinder vergeben. Zum 1. Mai 2021 gibt es noch 24 freie Plätze im Vormittagsbereich, 14 freie Plätze im Ganztag und 24 freie Plätze im Nachmittag.

Zu den bereits angemeldeten kommen noch Kinder, die in die Gemeinde Edewecht ziehen oder die bisher noch nicht angemeldet worden sind und Kinder aus dem Nachmittagsbereich, deren Eltern wieder eine Berufstätigkeit aufnehmen.

Ein Vergleich der aktuellen Zahlen mit den Prognosezahlen der Jahre 2018 und 2019 habe ebenfalls ergeben, dass die Zahlen aufgrund von Zuzügen steigen werden. In Edewecht sind im Kindergartenjahr 2020/21 insgesamt 855 (931 mit Flexikindern) Kinder angemeldet. Dabei ist ein 1,5-prozentiger Aufschlag wegen möglicher Zuzüge aufgerechnet. Prognostiziert wurden 2019 noch 826 (899) Kinder, also 29 weniger.

Für das Kindergartenjahr 2021/22 rechnet die Gemeinde mit 869 (932) Kindern, für 2022/23 mit 879 (939) Kindern. Nach aktuellen Planungen stehen 874 Betreuungsplätze zur Verfügung. „Wir müssen schauen, wie die tatsächliche Entwicklung aussieht, sehen aber Bedarf an weiteren Plätzen“, sagt Sander.

Beim Sozialausschuss verwiesen Hans Fittje (SPD), Detlef Reil (Grüne), Wolfgang Diedrich und Elke Garlichs-Kappmeier (beide CDU) darauf, rechtzeitig neue Plätze zur Verfügung zu stellen und Personal zu rekrutieren.

Nachfrage nach Vormittag und Ganztag

Der Trend bei Eltern gehe auch weiterhin zur Mehrbeschäftigung und damit steige die Nachfrage nach Vormittags- und Ganztagsplätzen. Nachmittagsplätze würden in Zukunft immer weniger den Betreuungsbedarf der Familien decken können.

Erschwerend komme hinzu, dass sich die Personalgewinnung für reine Nachmittagsgruppen aufgrund des vorherrschenden Fachkräftemangels immer schwieriger gestalte. So war in Osterscheps für dieses Jahr eigentlich eine kleine Nachmittagsgruppe geplant. Diese könne nun nicht angeboten werden, da kein geeignetes Personal gefunden worden sei.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz
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