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Jahresrückblick Ii Von Helfern, Helden und Hitzetagen

Ingo Schmidt

Edewecht - Was war los, was war wichtig in Edewecht und umzu? Hier sind nur einige der Schlaglichter des Jahres 2019:

Hilfsaktion des Jahres

Von Ende Juli bis Ende August zog ein knatternder Mofa-Tross, die „Momoto“, quer durchs Land, vom Bodensee bis nach Flensburg, und sammelte Spendengelder für die Arche Deutschland. Auch die beiden Edewechter Mofaclubs „MF Tweetakt“ und „MF Knatterdüvels“ begleiteten die Tour ein Stück weit und sammelten ihrerseits Spenden in der Gemeinde. In Edewecht kamen auf diese Weise 880, auf der gesamten Tour mehr als 22 000 Euro zusammen.

Schild des Jahres

Plötzlich war es da, 3,5 Meter im Quadrat, direkt vor der Hausfassade. Ein Werbeschild, das so wohl nicht gedacht war. Mieter Jannick Hanken war jedenfalls ziemlich überrascht, als er am Abend von der Arbeit kam und die Monstrosität entdeckte. Auch der Vermieter war entsetzt, denn eigentlich hatte das Schild nur die Maße 1,02 mal 1,02 Meter haben sollen und auch nicht an der Hauswand, sondern im Vorgarten stehen sollen. Auch heute noch steht das Schild an derselben Stelle – es gibt eine gültige Baugenehmigung.

Problem des Jahres

Trockenheit, Dürre, Baumsterben – das waren die gravierenden Folgen der Hitzejahre 2018 und 2019, Letzteres mit Rekordtemperaturen von über 40 Grad. Und mit der Trockenheit stieg auch das Risiko von Waldbränden. Schon im Frühjahr, im Mai, brannte es im Wildenloh auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern auf schwer zugänglichem Terrain.

Doch das war nicht das schwerwiegendste Problem: Weil der Wald auf torfigem Untergrund brannte, wurde es besonders kniffelig, weil sich die Glut tief in den Torfkörper hineinfraß und somit sehr schwierig zu löschen war. Außerdem musste die Feuerwehr bei ihrem Einsatz dem Löschwasser ein spezielles Mittel beimischen, das ein Eindringen des Wassers in den Boden ermöglicht. Trockener Moorboden weist Wasser zunächst einmal ab, weshalb ihn die Einsatzkräfte zusätzlich mit Spaten und Forken auflockern müssen. Eine schweißtreibende und erschöpfende Arbeit.

Menschen des Jahres

Sie sind der Kitt der Gesellschaft, helfen aufopferungsvoll und eheramtlich anderen Menschen und sorgen sogar dafür, dass das Leben auf dem Lande lebenswert bleibt: die Ehrenamtlichen. Man kann ihnen eigentlich gar nicht genug danken, dass sie ihr Leben für andere Riskieren, ihre Freizeit opfern, um andere Menschen zu integrieren oder Feste und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, die dafür sorgen, dass Leute mit ihren Sorgen nicht alleine bleiben, dass sie sich einsetzen und kümmern. Ob bei der Feuerwehr, der Kirchengemeinde, bei den Ortsvereinen, Sportvereinen und sonstigen Vereinen und Verbänden – all diese Menschen dürfen sich des Dankes der anderen sicher sein – und auch, dass sie im Jahr 2020 nicht weniger gebraucht werden.

Kunstwerk des Jahres

Am Anfang stand ein dickes Problem: Die Edeltanne vor dem Haus der Familie Büsing in Süddorf, 50 Jahre alt, 65 Zentimeter Durchmesser. Sie drohte die Gartenmauer zu zerstören. Vater Matthias und Tochter Lisa-Marie kam eine Idee: Anstatt den Baum einfach zu fällen, sahen sie die Zeit für ein Kunstwerk gekommen.

Matthias Büsing fiel ein, dass er in Apen auf einem Markt mal einen Kettensägenkünstler gesehen hatte – aber was daraus letzten Endes werden sollte, dazu bedurfte es erst der Idee von Tochter Lisa-Marie. Vielleicht kann der ja auch einen Pfau machen, hatte die Zehnjährige vorgeschlagen.

Denn Papa Matthias hat ein Herz für Pfauen, genauer gesagt für Ährenträgerpfauen. Die leben in einer Voliere hinter dem Haus. Der Künstler aus Apen kam und seitdem ziert ein 3,5 Meter hoher Ährenträgerpfau die Grundstücksgrenze.

Protest des Jahres

Deutschlandweit protestierten im November Landwirte – so auch in Oldenburg. Auch Landwirte aus Edewecht machten sich mit ihren Traktoren auf den Weg in die Großstadt, um ihrem Ärger über die Politik Luft zu machen: Sie fordern, dass die Politik mehr mit ihnen anstatt nur über sie sprechen solle, und fürchten um den Fortbestand ihrer Branche.

Ständig gebe es neue Regelungen, etwa die weiter verschärften Düngeregeln, die wiederum Investitionen und Arbeitsaufwand in den Betrieben erfordern, lautet einer der Kern-Kritikpunkte. Entsprechende Erlöse, dies zu kompensieren, gebe es keine. Die geplanten Verordnungen, so die Befürchtung der Bauern, gefährden inzwischen die Existenz der Landwirte.

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