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Kompensationsflächen für Hankhauser Moor Torfabbau in Edewecht soll verhindert werden

<p>        Ist der Torfabbau noch zeitgemäß? Diese Frage stellen sich Politik und Gemeindeverwaltung in Edewecht. Ausgangspunkt sind Vorschläge über ein neues Torfabbaugebiet in Jeddeloh II. Dafür soll das Hankhauser Moor in Rastede renaturiert werden.        dpa             </p>

Ist der Torfabbau noch zeitgemäß? Diese Frage stellen sich Politik und Gemeindeverwaltung in Edewecht. Ausgangspunkt sind Vorschläge über ein neues Torfabbaugebiet in Jeddeloh II. Dafür soll das Hankhauser Moor in Rastede renaturiert werden. dpa

Edewecht/Jeddeloh Ii/Rastede - Soll die Renaturierung des Hankhauser Moores in Rastede zulasten der Edewechter Moorgebiete gehen? Mit dieser Frage beschäftigen sich Politik und Gemeindeverwaltung in Edewecht. Einige Ratsmitglieder und Bürgermeisterin Petra Lausch haben im jüngsten Ausschuss für Landwirtschaft, Klima- und Umweltschutz dazu Stellung bezogen. Sie sind der Meinung, dass der Torfabbau aus der Zeit gefallen ist und plädieren für einen Verzicht.

Gegen Vorschlag gestellt

Deutlich positionierte sich Lausch gegen weiteren Torfabbau in Edewecht. „Wir sollten die Frage durchdenken, ob wir als Edewechter, die schon seit Jahrzehnten erheblichen Torfabbau hingenommen haben, um massiv andere Gemeinden bei der Kompensation der dortigen Moorgebiete zu unterstützen, auf unseren Flächen weiter so etwas zulassen wollen“, so die Bürgermeisterin. Lausch plädiert daher ausdrücklich gegen den Vorschlag des Landkreises und für eine kreisweite Diskussion über die grundsätzliche Zukunft des Torfabbaus.

Zum Hintergrund

Es wird darum gekämpft, weiteren Torfabbau im Hankhauser Moor zu verhindern. Das dort aktive Unternehmen Griendtsveen hatte vorgeschlagen, stattdessen Moorflächen in Edewecht zu nutzen. Südlich des Küstenkanals in Jeddeloh II ist nach dem derzeit gültigen Raumordnungsprogramm eine größere Fläche für den Torfabbau ausgewiesen. Daran können weder Landkreis noch Gemeinde etwas ändern.

Trotz der Bedenken hatte im beratenden Kreisausschuss nur Dr. Hans Fittje (SPD) dagegen gestimmt, überhaupt Gespräche mit dem Unternehmen aufzunehmen. „Ich finde, dass das nicht in Ordnung ist. Ich bin inzwischen grundsätzlich gegen Torfabbau – und wenn, dann sollten wir es selbst als Kompensationsfläche nutzen können“, sagte der Edewechter Ratsherr. Er schlug vor, dass stattdessen Flächen im Umfeld des Hankhauser Moores genutzt werden.

Wertvoll fürs Ammerland

Das hörte Hergen Erhardt (Grüne) gar nicht gern: „Das Projekt in Hankhausen ist sehr wertvoll und bedeutend für das ganze Ammerland. Wir sollten die einzelnen Gemeinden nicht gegeneinander ausspielen.“

Den Wunsch von Fittje, grundsätzlich auf Torfabbau zu verzichten, unterstützte er aber: „Das Moorgebiet in Jeddeloh II ist bisher noch nicht vom Abbau betroffen und müsste somit ganz neu für diese Nutzung erschlossen werden.“ Auch Ralf Krallmann (FDP) sagte: „Der Torfabbau ist ein überholtes Thema.“

Unterstützung für den Vorschlag des Landkreises gab es lediglich von Ratsfrau Heidi Exner (CDU). Es sei sinnvoll, ein großes Moor wie das in Hankhausen in Gänze zu erhalten. Dem stimmte Fittje zwar zu – genauso erhaltenswert sei aber auch die Moorfläche in Jeddeloh II.

Rechtslage eindeutig

Entscheiden kann die Gemeinde in dieser Angelegenheit sowieso nicht. Rolf Torkel, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, stellte klar, dass die betroffenen Moorflächen am Küstenkanal im aktuellen Raumordnungsprogramm von 2017 als Vorrangflächen für den Torfabbau eingetragen und teilweise bereits im Besitz der Firma Griendtsveen sind.

Diese Rechtslage könne von der Gemeinde nicht ignoriert werden. Allerdings werde man die ablehnende Position in den folgenden Gesprächen selbstverständlich vortragen.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz
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