Edewecht - Eine Ära ist beim VfL Edewecht zu Ende gegangen. Wilhelm „Willi“ Zuppke (69) ist nach 21 Jahren als Vorsitzender des VfL Edewecht nicht wieder angetreten. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Wolfgang Siefkes als Nachfolger gewählt (siehe Infobox). Sorgen um die Zukunft „seines“ Vereins macht sich Zuppke nach seinem Abschied aus dem Vorstand nicht. „Sowas sollte gut vorbereitet sein. Es macht die Sache wesentlich einfacher, dass die Gespräche mit meinem Nachfolger seit 1,5 Jahren laufen“, meint Zuppke.
Wolfgang Siefkes tritt die Nachfolge von Willi Zuppke als Vereinsvorsitzender des VfL Edewecht an. Sein Stellvertreter wird Henning von Aschwege. Beide wurden auf der Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern einstimmig gewählt.
Er hatte 1999 das Amt von seinem Vorgänger Manfred Eilers übernommen. Die 100-Jahr-Feier war gerade bewältigt und es schien so, dass die nächsten Jahre ohne größere Ereignisse oder Vorkommnisse verlaufen würden. Vielleicht hatte Zuppke bei seinem Amtsantritt nicht geahnt, dass es sieben Amtszeiten werden würden, die einen großen Abschnitt in seinem Leben nachhaltig bestimmen sollten.
Rivalitäten beigelegt
Dass er nun mit einem guten Gefühl aufhören kann, macht den Abschied umso leichter. „Ich denke, dass es dem Verein weiterhin so gut gehen wird“, sagt Zuppke. Besonders freue ihn aktuell die gute Entwicklung der Fußball-Abteilung. „Das ist beeindruckend und nicht vergleichbar mit meiner aktiven Zeit.“ Statt Rivalitäten gebe es nun Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, die Plätze seien voll mit Kindern und Jugendlichen, die begeistert gegen den Ball treten würden.
Willi Zuppke, 1951 geboren, ist Edewechter Urgestein. Im Alter von neun Jahren trat er dem VfL bei. Sobald es altersmäßig möglich war, begann er ab der C-Jugend Fußball zu spielen. „Es war ein sehr guter Jahrgang, der ein halbes Dutzend sehr talentierter Fußballspieler hervorbrachte, die obendrein dem Verein bis in den Männerfußball erhalten blieben“, berichtete VfL-Pressewart Günter Hillje. Die „legendäre Truppe“ hab es damals bis in die Bezirksliga geschafft. Zuppkes Position war Mittelläufer oder auch Libero, wie man sie später bezeichnete. Am liebsten war ihm das Spiel vor ihm, wenn er mit präzisen Pässen seine Vorderleute in Szene setzen konnte. Und wie es damals noch üblich war, spielte er parallel zusätzlich auch Handball in der ersten Mannschaft.
Seitdem ist viel passiert. „Ich kenne noch die Zeiten, als man mit dem Fahrrad zu Fußballspielen fuhr“, erinnert sich Zuppke. Seitdem habe es eine enorme Entwicklung gegeben – auch durch die Digitalisierung. „Wir haben das große Glück, dass wir so viele tolle junge Leute im Verein haben. Die braucht man jetzt.“
Handballer stürzen ab
In seiner Amtszeit fand als sportlicher Höhepunkt der Aufstieg der Handball-Mannschaft bis in die 2. Bundesliga und danach ihr jäher Absturz statt. In seine Amtszeit fiel aber auch der Bau des Edewechter Sportzentrums am Göhlen. Ein langgehegter Traum der Fußballer, der mit der Wiedererstarkung der Abteilung immer mehr Realität annahm. „Das Timing war perfekt. Sonst hätten wir ein solches Projekt in den nächsten 20 Jahren nicht mehr realisieren können“, sagt Zuppke.
Gemeinsam mit Kassenwart Jan Michel Hinrichs, Schriftführer Jörn Kranenkamp und Unternehmer Christian Eiskamp war er an den Planungen und Verhandlungen mit der Gemeinde beteiligt. Zuppke organisierte Zuschüsse von Gemeinde, Landkreis und Sportbund Niedersachsen, um das ambitionierte Projekt zu realisieren, und führte die unterschiedlichen Interessen zusammen.
Aus dem Umfeld wird Zuppke als ausgeglichener Mensch beschrieben, keiner der gern Macht ausübe. Das Moderieren liege ihm näher. Eine Eigenschaft, die ihm bei seiner Aufgabe sehr zugute kam. Der VfL ist ein Vielspartenverein mit einem gewissen Eigeninteresse der Sportarten und einer gewissen Konkurrenz untereinander.
Als begeisterter Skifahrer wird Willi Zuppke weiterhin die jährlichen Fahrten des VfL mitmachen. Zudem möchte er „kleine Sachen machen“: Tischtennis spielen, vielleicht auch mal wieder Zeit für ein Sportabzeichen finden. Und vor allem eines: „Ich möchte jetzt nicht mehr bestimmte Termine haben, sondern frei entscheiden können.“
