Edewecht - Etwa 1,7 Kilometer lang ist der Breeweg, der von der Oldenburger Straße quer durch den Ort Edewecht bis zum Bachmannsweg führt. Doch für die Gemeinde kann der geplante Ausbau ganz schön teuer werden.
Wegen Schadstoffen im vorhandenen Asphalt und schlechten Bodenverhältnissen stiegen die Gesamtkosten nach einer Schätzung des beauftragten Ingenieurbüros Börjes aus Westerstede Ende vergangenen Jahres auf rund 2,6 Millionen Euro – das sind 850.000 Euro mehr als ursprünglich geplant (unsere Redaktion berichtete).
Davon entfallen allein mehr als 200.000 Euro auf die fachgerechte Entsorgung von Asphalt, Teer und Straßenaufbruch. Insgesamt werden für Rückbau und Erarbeiten rund 640.000 Euro veranschlagt. Aufgrund der enormen Kosten wurde die Verwaltung im Oktober 2020 beauftragt, den Ausbau des Breeweges im Rahmen des Verkehrskonzeptes zu erörtern. Dieses liegt nun vor.
Ergebnis der Beratungen ist, dass die Verwaltung einen Förderantrag für den Ausbau der Straße von der Holljestraße bis zum Bachmannsweg stellt. Bis zu 60 Prozent der Kosten könnten übernommen werden.
Wichtig Verkehr
Verkehrsplaner Lothar Zacharias aus Hannover hat die Situation auf dem Breeweg im Auftrag der Gemeinde eingeschätzt. Demnach ist die Straße zurzeit und nach derzeitigem Planungsstand auch zukünftig eine „verkehrswichtige innerörtliche Hauptverkehrsstraße“. Das ist entscheidend für den Förderantrag, weil nur in diesem Fall auch Geld vom Land fließt.
Weil dort die Schulbusse zur Edewechter Oberschule regelmäßig fahren, sei eine Fahrbahnbreite von 6,50 Metern sinnvoll. Aktuell ist der Breeweg zwischen sechs und sieben Meter breit. Die Gehwege liegen zwischen 1,50 und 1,70 Meter und sollen jeweils auf zwei Meter verbreitert werden. „Aufgrund der starken Fußgängerfrequenzen zu Schulbeginn und Schulende sind ausreichend breite Gehwege vorzusehen“, stellt der Verkehrsplaner fest. Dazu kommt ein Parkstreifen mit einer Breite von derzeit bis zu 2,10 Meter. Eine Fahrradstraße anzulegen, sei laut Zacharias wegen der Verkehrsfunktion und des deutlich überwiegenden Kfz-Verkehrs nicht sinnvoll.
Mehr als 2000 Pkw
Bei einer Verkehrszählung kam heraus, dass der Breeweg direkt südlich der Kreuzung mit der Holljestraße werktags von mehr als 2000 Pkw am Tag durchfahren wird. Dabei sind 64 Fahrten im Schwerverkehr erfasst worden – also Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Dabei handelt es sich überwiegend um die Schulbusse.
Zudem wurden am Zähltag insgesamt 386 Radfahrer erfasst. Dabei sei zu berücksichtigen, dass ein Teil der Schüler das Fahrrad auf dem Schulweg gemeinsam geschoben hat. Diese Schüler wurden dann als Fußgänger klassifiziert. Dennoch: „Der Radverkehr kann bei den gezählten Verkehrsmengen sicher auf der Fahrbahn geführt werden“, schreibt Zacharias. Auch weiterhin sollte die Geschwindigkeit auf dem Breeweg und Teilen der Holljestraße im Umfeld der Schule auf 30 km/h beschränkt werden.
Kosten könnten steigen
Nun sollen in der Haushaltsplanung 2022 und der Finanzplanung von 2023 bis 2025 die Millionen eingeplant werden. Allerdings sei laut Gemeinde bereits heute davon auszugehen, dass die Kostenschätzung von rund 2,6 Millionen Euro sich weiter erhöhen wird. Grund dafür werden wie überall die steigenden Preise für Material und Arbeiten sein.
