Edewecht - Der Rat hat im Dezember mit Mehrheit, bei Enthaltung der SPD, die neue Satzung für das Bad am Stadion beschlossen (unsere Redaktion berichtete). Damit werden Öffnungszeiten, Eintrittspreise und das Angebot laut der SPD-Fraktion für die Bürger noch einmal verschlechtert. „Mit diesem Beschluss wird der Badespaß in Edewecht schon zum zweiten Mal seit März 2019 eingeschränkt und verteuert“, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Freia Taeger.
Kleinkinder betroffen
„Die neue Satzung legt verkürzte Nutzungszeiten für die Besucher fest. Die Frühschwimmer, eine sehr verlässliche Gruppe, können erst später ins Bad, und die Preise werden heraufgesetzt“, kritisiert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Hans Fittje. Das Hallenbad solle jetzt während der gesamten Freibadsaison geschlossen bleiben. Der Kleinkinderbereich im Hallenbad sei nicht mehr zugänglich.
„Für Kleinkinder gibt es damit im Sommer kein Angebot mehr. In Edewecht wurden 2020 nach dem Bericht der NWZ vom 2. Januar insgesamt 203 Babys geboren. Diesen Familien wird ein gutes Angebot gestrichen. Eine ,familienfreundliche Gemeinde’ sieht anders aus“, meint Fittje. Dabei störe vor allem das Fehlen einer Perspektive, wie es weitergehen soll. „Die Sauna wird abgeschlossen und vergammelt jetzt langsam? Gibt es noch weitere Einschränkungen und Preiserhöhungen, wenn sich das Bad auch jetzt nicht rechnet?“, fragt sich der SPD-Ratsherr und stellvertretende Bürgermeister.
Verlust an Attraktivität
Der Saunabetrieb wird entfallen, weil er kaum in Anspruch genommen worden sein soll. Das sei nachvollziehbar, aber eben noch ein weiteres Angebot weniger – und damit ein Verlust an Attraktivität des Bades. Die SPD-Fraktion befürchte, dass die neuerliche Entscheidung ein „Kaputt-Sparen“ des Bades zur Folge haben kann. „Höhere Eintrittspreise sowie stark eingeschränkte Nutzungszeiten und -angebote werden zu niedrigeren Besucherzahlen führen. Wir bezweifeln sehr, dass durch geringere Besucherzahlen der Badebetrieb wirtschaftlicher werden wird – zumal uns keine aussagekräftige Nutzungs- und Kostenübersicht vorgelegen hat“, sagt Fraktionsvorsitzende Freia Taeger: „Nach unserer Auffassung ist es ein Fehler, ein Frei- und Hallenbad lediglich als Kostenfaktor zu beurteilen und die soziale Funktion nicht entsprechend zu bewerten.“
