Rastede - Eines stellt Imke Wehlau gleich zu Beginn klar: „Wir sind nicht gegen den Kindergarten.“ Doch die stellvertretende Vorsitzende des Schulelternrates der Grundschule Kleibrok in Rastede und eine Gruppe Anwohner möchten auf die nach ihrer Auffassung gefährliche Verkehrssituation rund um den geplanten Standort auf dem ehemaligen Sportplatz Kleibrok aufmerksam machen. Deshalb luden sie Verwaltung und Politik zum Ortstermin ein.
Eltern und Anlieger
Die zurzeit brachliegende Grünfläche gehört der Gemeinde Rastede. Die beabsichtigt, auf dem Areal eine neue Kita für 75 Kinder zu bauen. Viele von ihnen dürften aus den neuen Baugebieten im Göhlen und am Roggenmoorweg kommen und würden dann vermutlich mit dem Auto gebracht. Und genau da sehen die Anwohner das Problem. „Es ist jetzt schon häufig kritisch“, sagt Imke Wehlau. Zum Ortstermin hat sie Bilder der Gefahrenpunkte mitgebracht, die sie Bürgermeister Lars Krause und den anwesenden Ratsmitgliedern zeigt.
Philipp Hedemann, Vorsitzender des Schulelternrates der Grundschule Kleibrok, sagt, er habe die Gemeindeverwaltung schon häufiger auf die Verkehrsgefährdung hingewiesen. Die einzige Antwort sei jedoch gewesen, dass die Eltern noch einmal sensibilisiert werden müssten. Auch Schulleiterin Michaela Grundmann, die sich eine Kita auf dem Areal gut vorstellen kann, hält die Zuwegung für gefährlich, weil es keinen Gehweg gibt. „Es geht darum, dass die Kinder einen sicheren Weg zur Schule haben“, sagt sie.
Der neue Kita-Standort ist mit dem Auto über die Straße Am Winkel erreichbar – eine Tempo-30-Zone ohne richtigen Gehweg. Diesen Weg dürften später einmal die Eltern aus dem Göhlen nehmen, die ihr Kind zur Kita Kleibrok bringen werden. Eltern aus dem geplanten Baugebiet am Roggenmoorweg (heute Bauhof) würden hingegen vermutlich über die Zur-Windmühlen-Straße kommen. Die dient aber auch als Hauptzufahrt zur Grundschule Kleibrok, inklusive des Schulbusverkehrs.
Vor fünf Jahren wurde die Zufahrt dort komplett neu gebaut. Der alte Wendeplatz verschwand, eine Bushaltestelle und Parkplätze wurden angelegt. Anwohner Bernd Meyer sagt, dass die Anlage heute aber überlastet sei. „Morgens haben wir Stau auf der Zur-Windmühlen-Straße“, berichtet er. Vor diesem Hintergrund kam auch die Frage auf, wie sich die Situation entwickeln könnte, sollte die Grundschule wegen steigender Schülerzahlen noch einmal erweitert werden müssen.
Eine solche Erweiterung wäre eigentlich nur auf den noch verbliebenen Grünflächen möglich. Das würde allerdings zu Lasten des Spielplatzes gehen. Der ist zurzeit mit einem Zaun von der ungenutzten Fläche getrennt, auf der die Gemeinde den Kindergarten bauen möchte. Eine weitere Sorge der Eltern und Anwohner besteht deshalb darin, dass der Zaun verschoben wird, um mehr Platz für die Kita zu haben. Sie weisen darauf hin: „Die Schule braucht Fläche.“
Verwaltung
Bürgermeister Krause sagt angesichts dieser Sorgen, dass der Spielplatz nicht aufgegeben und auch nicht wesentlich verkleinert werde. Es könnte aber sein, dass es erforderlich werden könnte, den Zaun leicht zu verschieben, um einen oder zwei Meter.
Dass auf dem Gelände eine Kita gebaut werden soll, sei grundsätzlich beschlossen worden, ebenso das Raumkonzept. Details müssten jetzt in einem Bauleitplanverfahren geklärt werden. „Wir nehmen die Bedenken und Anregungen mit und gucken, wie sich der Kindergarten hier vernünftig einfügen wird“, sagt Krause.
Erst einmal muss jetzt aber geklärt werden, wie der Kita-Neubau finanziert werden soll. Mit dieser Frage wird sich am Dienstag, 14. März, der Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Digitales in öffentlicher Sitzung (17 Uhr, Rathaus) beschäftigen. Dort soll die Verwaltung beauftragt werden, ein sogenanntes Markterkundungsverfahren zu starten.
