Hahn-Lehmden - Zwar gibt es seit Ende September wieder einen Hausarzt in Hahn-Lehmden, die einzige Apotheke im Ort ist jetzt jedoch dauerhaft geschlossen worden. Inhaber Ralf Menke sagt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass verschiedene Faktoren zu der Entscheidung geführt hätten. „Ich habe immer gesagt, solange ich kein Geld beilege, mache ich das weiter.“ Nachdem er dann aber ein Jahr in die roten Zahlen gerutscht war, habe er sich die Entwicklung noch ein halbes Jahr lang angeguckt und dann gesagt, so geht es einfach nicht. Schweren Herzens habe er die Apotheke deshalb geschlossen.
Apotheke 1995 gegründet
1995 hatte Birgit Malich die Apotheke neben dem Supermarkt an der Wilhelmshavener Straße in Hahn-Lehmden gegründet. Im Buch „Geschichte und Geschichten des Rasteder Nordens“ heißt es dazu, dass der Ort dadurch in der medizinischen Versorgung „eine wesentliche Bereicherung“ erfahren habe.
2006 übernahm Ralf Menke mit seinem Team die Apotheke in Hahn-Lehmden. 1993 hatte er in einem damals neu errichteten Gebäude an der Oldenburger Straße in Rastede die Ellern Apotheke gegründet, die er seitdem betreibt und auch weiterführen wird. Nur die Apotheke in Hahn-Lehmden hat er aufgegeben.
In einem Aushang informiert Menke die Kunden über die Gründe, die zu der Schließung führten. So sei die Aufgabe der OLB-Filiale, die sich zwischen Apotheke und Supermarkt befand, noch zu verkraften gewesen. Die Schließung der einzigen allgemeinärztlichen Praxis in Hahn-Lehmden Ende 2018 habe jedoch für alle einen großen Verlust bedeutet. Für die Menschen in Hahn-Lehmden habe dies den Verlust einer wohnortnahen Arztversorgung bedeutet, für die Apotheke den Entzug des Großteils der wirtschaftlichen Grundlage.
Kosten stark gestiegen
Wie Menke in dem Aushang außerdem schildert, hätten sich aber auch die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für Vor-Ort-Apotheken immer weiter verschlechtert, „so dass kleine Apotheken wie unsere die stark steigenden Kosten vor allem für Mitarbeiter und Energie bei gleichzeitig immer weiter steigenden Zwangsrabatten an die gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr tragen können.“ Hinzu komme, dass die Lieferanten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hätten und ihre Kostensteigerungen durchreichen würden. An dieser Situation ändere auch die Tatsache nichts, dass es nun wieder einen Arzt in Hahn-Lehmden gibt.
Heiko Menke, der Inhaber der Immobilie, in der sich auch der Supermarkt befindet, bedauert die Schließung der Apotheke: „Für den Ort ist das schade.“ Zur Nachnutzung der Ladenfläche lasse sich derweil zurzeit noch nichts Konkretes sagen. Menke berichtet, er führe bereits Gespräche. Dass es ihm gelingt, dort erneut eine Apotheke anzusiedeln, hält er allerdings für unwahrscheinlich, wie er sagt.
