Rastede - Während zum Beispiel in der Gemeinde Wiefelstede noch überlegt wird, ob überhaupt untersucht werden sollte, wo Freiflächen-Photovoltaikanlagen entstehen könnten, geht in der Gemeinde Rastede bereits das erste Großprojekt auf die planerische Zielgerade. Am Montag, 26. Juni, wird sich der Ausschuss für Bauen und Gemeindeentwicklung in öffentlicher Sitzung (17 Uhr, Rathaus) zum letzten Mal mit dem Solarpark Kleibrok befassen.
Fläche verkleinert
Landwirt Christian Meyer-Hullmann aus Wahnbek will auf bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich des Strothwegs und südlich der Rehorner Bäke einen Solarpark errichten. Das Plangebiet, das beidseitig des Geestrandtiefs liegt, war nach der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung um einige Flächen reduziert worden, und umfasst nun noch 31 Hektar. Vorher waren es 36 Hektar. Die Module sollen in Ost-West-Ausrichtung aufgestellt werden und künftig 41 bis 47 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Zum Vergleich: Der Strombedarf der Gemeinde Rastede beträgt rund 80 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.
Im Niedersächsischen Klimagesetz wird als Ziel ausgegeben, dass im Land bis 2035 insgesamt 65 Gigawatt Leistung aus Solarenergie gewonnen werden sollen. Hierfür müsste Rastede einen Anteil von rund 58 Hektar für Solarenergie bereitstellen, geht aus der Beratungsvorlage für den Ausschuss vor.
Die Gemeinde Rastede hat zur Beurteilung von geeigneten Flächen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ein umfangreiches Standortkonzept erstellt, das auch zahlreiche Umwelt- und Naturschutzbelange berücksichtigt und Gunstflächen sowie Ausschluss- und Restriktionsflächen definiert. Das in Rede stehende Plangebiet liegt größtenteils in Gunstflächen und teilweise in Weißflächen und ist für eine künftige Solarparknutzung gut geeignet, heißt es in der Vorlage.
Die Dimension des geplanten Solarparks Kleibrok wird von der BUND-Kreisgruppe Ammerland allerdings kritisch gesehen. Es handele sich um die offene Landschaft der Rasteder Moore, die bislang von optischen Beeinträchtigungen und technischer Überformung verschont sei, heißt es in einer Stellungnahme. In großen Teilen des Plangebietes habe gemäß des Landesraumordnungsprogramms der Moorschutz Priorität. Zudem seien Biotopverbundstrukturen betroffen. Der BUND verweist zudem auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz, wonach für Freiflächenphotovoltaik vorrangig versiegelte Flächen und Konversionsflächen aus wirtschaftlicher, verkehrlicher, wohnungsbaulicher oder militärischer Nutzung herangezogen werden sollten.
Entscheidung im Rat
Die Gemeinde Rastede vertritt hingegen die Auffassung, dass gegenüber der derzeitigen Nutzung als intensives Grün- bzw. Ackerland die Nutzung der Fläche als Solarpark klima- und moorfreundlicher sei. Die Stellungnahme des BUND hat derweil keine Auswirkungen auf die Planungen. Nach der Beratung im Bauausschuss am Montag sollen die Änderung des Flächennutzungsplanes und der Bebauungsplan am 4. Juli im Rat beschlossen werden.
