Bad Zwischenahn - Rund um das Große Engelsmeer im Ortsteil Kayhauserfeld werden in den kommenden Wochen im Auftrag des Landkreises Ammerland zahlreiche Bäume und Büsche entfernt. Was genau diese Maßnahme, die sich „Entkusselung“ nennt, zu bedeuten hat, wie lange die Aktion dauern wird und was ansonsten in dem Kontext wichtig ist, hat der Landkreis in einer Pressemitteilung beantwortet.
Warum werden die Bäume und Sträucher entfernt ?
Die Maßnahme hat laut der Mitteilung zum Ziel, den moortypischen Charakter des Gebietes wieder herzustellen, und damit dem Erhalt der Artenvielfalt und der Schutzwürdigkeit des Moores zugutekommen. „Entfernt werden dabei junge Bäume und Sträucher im Randbereich des Sees“, wird Goy Gerdes, Landespfleger im Amt für Umwelt und Klimaschutz des Landkreises in der Pressemitteilung zitiert.
Welche Probleme verursachen die Bäume ?
Die Bäume verändern den Zustand des unter Naturschutz stehenden Moores. „Insbesondere Moorbirken verändern nicht nur das ursprüngliche Landschaftsbild des Hochmoores, sondern verursachen durch erhöhte Wasserverdunstung eine Austrocknung der Mooroberfläche“, erklärt Gerdes die Problematik, die sich durch den Baumbewuchs ergebe. Darüber hinaus würden, bedingt durch den seit Jahren abnehmenden Wasserstand im Naturschutzgebiet, zunehmend mehr Sträucher und Bäume wachsen.
Mit der Entfernung der Bäume werde vermieden, dass sich ein Wald in diesem Gebiet bilde und ausbreite. Denn dadurch werde die Bedrohung für den artenreichen Randstreifen am Ufer des Meeres mit gefährdeten Pflanzen wie Torfmoosen, Glockenheide und Sonnentau reduziert.
Was genau wird bei der Entkusselung gemacht ?
Laut Mitteilung des Kreises wird ein Großteil der Strauchschicht in einem circa 20 Meter breiten Streifen, vor allem im südwestlichen Teil des Seeufers, entfernt. Das soll möglichst schonend und lediglich unter Verwendung kleiner Geräte geschehen, damit die bestehende Vegetation in der Krautschicht unbeschädigt bleibt.
Damit auf den entsprechenden Flächen langfristig keine neuen Bäume und Sträucher nachwachsen, sei geplant, den Wasserspiegel des Meeres wieder anzuheben. In diesem Zusammenhang sei geplant, im Frühjahr 2024 im südöstlichen Bereich eine Wassersperre einzuziehen. Dadurch soll der Wasserabfluss ins Grundwasser reduziert werden.
Wie lange werden die Arbeiten dauern ?
Genaue Angaben macht die Kreisverwaltung nicht. Klar ist aber, dass sich die Maßnahme über mehrere Wochen erstrecken wird, denn in der aktuellen Mitteilung wird der Zeitraum von Dezember bis Februar genannt.
