Bad Zwischenahn - Am Donnerstag um 18 Uhr war Schluss. Claudia Benkens schloss um diese Zeit den Betrieb der „Esso“-Tankstelle in der Straße „Am Hogen Hagen“. Eine seit den 1960er Jahren in Betrieb befindliche Einrichtung musste ihren Betrieb aufgeben. Sie selbst hatte sich hier im Jahr 2000 als Pächterin eingebracht.
„Verkauft wurde bis zum letzten Tropfen. Die Tanks sind leer“, vermeldete sie einen Tag später. Viele treue Kunden fanden auch am letzten Tag den Weg zu der Tankstelle, um hier noch einmal ihre Autos zu füllen. Das Bedauern um die Schließung dieser Tankstelle war natürlich besonders groß. Mit der Lage am Ortsausgang nach Oldenburg wurden auch die Bauerschaften Kayhausen und Aschhausen mit abgedeckt, wie Claudia Benkens anmerkte.
Kritik an Kurzfristigkeit
Nur fünf Wochen vor der eigentlichen Schließung wurde sie von der „Esso“ über den Termin informiert. „Das war sehr kurzfristig. Ich habe hier Beschäftigte, für die Arbeitsalternativen gesucht werden müsste“, kritisierte sie das Management der Pächter. Der eigentliche Eigentümer hat einen Pachtvertrag mit der Esso beziehungsweise der Muttergesellschaft abgeschlossen, Claudia Benkens ist sozusagen „Unterpächter“ und damit auch von den entsprechenden Vertragsverhandlungen abhängig.
Die Schließung am Donnerstag war deshalb notwendig, weil bis zum vergangenen Samstag alles entfernt sein musste. „Das Inventar wie die Regale gehören zum Haus, alles andere mussten wir herausnehmen“, erklärte die Pächterin. Sie ist froh darüber, dass sie in Friesoythe eine weitere Tankstelle betreibt. „Das Essen und Trinken kann ich hier übernehmen und anbieten. Sonst könnte ich die Ware tatsächlich nicht zurückgeben.“
Zukunft offen
Besteht hier noch die Möglichkeit der Verwendung, sieht es bei der Waschanlage auf dem Gelände anders aus. „Die muss ich wohl abschreiben. Wer kauft denn schon solch eine Anlage?“, so Benkens Ärgerlich ist es für sie, weil sie hier mit der Übernahme der Pacht einiges Geld investiert hat.
Wie es zukünftig mit der Tankstellensituation im Kurort weitergeht, ist nicht bekannt. Sollten sich neue Perspektiven ergeben, wäre Claudia Benkens nicht grundsätzlich abgeneigt, sich im Kurort wieder zu engagieren. „Man soll nie nie sagen“, betonte sie. Jetzt aber wollte sie sich erst einmal am Samstag von den insgesamt zehn Mitarbeitern bei einem Grillabend verabschieden.
