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Ex-Profi Borowka redet beim JFV Edewecht Klartext Ein Leben zwischen Sport und Alkohol

Berichtete beim JFV Edewecht über sein Doppelleben als Profi-Fußballer und Alkoholiker: Uli Borowka (Mitte). Eingeladen hatten ihn Oliver Reck, Trainer beim SSV Jeddeloh und ehemaliger Mitspieler von Borowka bei Werder Bremen (rechts) und Christian Eiskamp, Sportlicher Leiter JFV (links).

Berichtete beim JFV Edewecht über sein Doppelleben als Profi-Fußballer und Alkoholiker: Uli Borowka (Mitte). Eingeladen hatten ihn Oliver Reck, Trainer beim SSV Jeddeloh und ehemaliger Mitspieler von Borowka bei Werder Bremen (rechts) und Christian Eiskamp, Sportlicher Leiter JFV (links).

JFV Edewecht

Edewecht - Er galt als Verteidiger der härteren Sorte, absolvierte fast 400 Bundesligaspiele für Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen, wurde jeweils zweimal Deutscher Meister und Pokalsieger, holte mit Werder 1992 den Europapokal der Pokalsieger, sechsmal lief er für die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf, war bei der EM 1988 im eigenen Land dabei: Uli, genannt „die Axt“, Borowka. Was viele nicht wussten oder in seiner aktiven Zeit nicht wissen wollten: der erfolgreiche Fußballprofi ist Alkoholiker. Heute ist er trocken und spricht offen über seine Abhängigkeit. Kürzlich war er bei JFV Edewecht zu Gast.

Einladung von Reck

Eingeladen hatten ihn sein ehemaliger Mitspieler Oliver Reck, Werder-Torwartlegende und heute Trainer des Regionalligisten SSV Jeddeloh, und der Vorstand des JFV. Neben 130 Nachwuchskickern des JFV von der C- bis zu A-Jugend lauschte auch die Mannschaft von Oliver Reck der eindrucksvollen und mahnenden Worten des Ex-Profis.

Ein Doppelleben

Denn so eindrucksvoll Borowkas Profi-Karriere verlief, desto weniger erfreulich ging es in seinem Privatleben zu. Er verstand es, sein Doppelleben als Fußballer und Alkoholiker vor Öffentlichkeit und Fans verborgen zu halten. Seine Mitspieler und Trainer bemerkten das Alkoholproblem durchaus, Hilfe nahm Uli Borowka allerdings nicht an, auch von Oliver Reck nicht. Doch er brachte seine Leistung auf dem Platz, bis zu seinem Rauswurf bei Werder 1995. Danach war es mit seiner Karriere, bis auf Engagements bei unterklassigen Teams, endgültig vorbei.

Sein Leben, so beschreibt es Borowka selbst, war bestimmt vom täglichen Trinken bis zur Besinnungslosigkeit und Gewaltausbrüchen. Erst als er sprichwörtlich ganz unten angekommen war, auch einen Selbstmordversuch hinter sich hatte, gelang ihm die Wende. Seit einer erfolgreichen Therapie im Jahre 2000 ist er trockener Alkoholiker.

Er kämpfte sich zurück ins Leben und engagiert sich heute in der Suchttherapie und der Suchthilfe. Seine Erlebnisse hat er in seiner Biographie „Volle Pulle. Mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker“ niedergeschrieben.

Klare Botschaft

„Die Veranstaltung war gelungen und es gab ehrliche Botschaften, die hoffentlich nachwirken“, sagt Christian Eiskamp, Sportlicher Leiter des JFV. Er sei beeindruckt gewesen, wie offen Uli Borowka über seine Alkoholsucht und die Folgen spreche, aber auch von dem Interesse der jungen Fußballer und deren Fragen an den Ex-Profi.

Dessen Botschaft ist ebenso klar wie unmissverständlich: „Jeder Tag, den ich trocken bin, ist mir mehr wert als jeder Titel, den ich je gewonnen habe“, betonte Borowka vor den JFV-Kickern.

Lars Ruhsam
Lars Ruhsam Kanalmanagement
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