Bad Zwischenahn/Oldenburg - Es ist eines der größten Bauprojekte in der Gemeinde Bad Zwischenahn: Die gut zehn Kilometer lange Fahrradstraße von Bad Zwischenahn nach Oldenburg. Seit ziemlich genau einem Jahr laufen die Arbeiten an der Strecke, die ein Ausrufezeichen für die Verkehrswende und den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad sein soll. Wie weit sind die Arbeiten fortgeschritten und wann ist die Großbaustelle fertig?
Fertig im Herbst
Die gesamte Maßnahme wird im Oktober fertiggestellt sein, teilt Amtsleiter Andreas Gronde von der Zwischenahner Verwaltung mit. Das ist mehr oder weniger auch Zwang, denn von den zehn Millionen Euro werden 90 Prozent gefördert. Und damit es auch die komplette Förderung gibt, muss der Zeitplan eingehalten werden. Daher werde in vielen Bereichen parallel gearbeitet. Für Gemeinde und Baufirmen ist die Zeitvorgabe in Hinsicht auf den Bauablauf nicht gerade einfach, wie Gronde mitteilt. „Für alle Beteiligten ist es eine große Herausforderung.“
Dass es Beeinträchtigungen für Verkehrsteilnehmer gebe, sei leider unausweichlich, so Gronde. „Am Ende der Maßnahme bedeutet dies jedoch für alle eine deutliche Verbesserung der verkehrlichen Infrastruktur“, sagt der Amtsleiter. Konkret betroffen sind Verkehrsteilnehmer aktuell unter anderem an dem Teilstück Wildenlohslinie von Wildenloh bis zur Brüderstraße in Petersfehn I. Die Pflasterarbeiten östlich des Eichenweges in Petersfehn bis zum Wildenlohsdamm seien inzwischen abgeschlossen. Im Kreuzungsbereich Eichenweg/Wildenlohslinie seien nun Versorger tätig.
Pflasterarbeiten
Ab Dienstag wird der genannte Kreuzungsbereich gepflastert. Danach geht es in Richtung Brüderstraße mit den gleichen Arbeiten weiter. Die Restarbeiten – also Zufahrten, Bermen und Markierungen im Bereich Wildenlohsdamm bis Eichenweg – sollen parallel dazu erfolgen. Während die Kreuzung Eichenweg/Wildenlohslinie gesperrt wird, können Radfahrer an der Sperrung vorbei und damit die Strecke nutzen. In Richtung Brüderstraße aber nur temporär wegen der Bauphase dort. Anlieger der Wildenlohslinie können laut Gemeinde dauerhaft zu ihren Grundstücken.
Schon vor dem Oktober sollen einzelne Streckenabschnitte als Fahrradstraße freigegeben werden, heißt es weiter. Sobald das so weit ist, haben Fahrradfahrer auf der Strecke Vorrang und nur Anlieger dürfen diese Straße passieren.
Anwohner der Baustellenbereiche meldeten sich außerdem in der Redaktion und teilten mit, dass die Strecken teilweise trotz Sperrungen weiter genutzt würden. Sie befürchteten dadurch Verzögerungen der Bauphase.
Das dementierte Andreas Gronde. „Es kommt nicht zu nennenswerten Verzögerungen, sondern eher zu Gefahrensituationen für die uneinsichtigen Verkehrsteilnehmer. Das betrifft sowohl Fahrradfahrer als auch Autofahrer“, so der Amtsleiter. Dies sei aber kein Phänomen der Baustelle „Fahrradstraße“: „Das erleben wir auch auf anderen Baustellen. Leider werden oftmals die klaren verkehrsrechtlichen Ausschilderungen bewusst ignoriert.“
Die Fahrradstraße polarisiert auch immer wieder mit ihrer „roten Mitte“ an gewissen Teilabschnitten. Hier waren zumindest im Bereich Wildenlohslinie in Petersfehn am Freitag noch keine Markierungsarbeiten erfolgt. Das sorgt bei Nutzern teilweise für Verwirrungen, die davon ausgehen, der rote Streifen in Fahrbahnmitte sei der Radweg. Das ist jedoch falsch.
Die gute Nachricht: Bis Oktober soll alles fertig sein. Spätestens dann dürfte Klarheit herrschen.
