Augustfehn - Die Fehnroute feiert eine Erfolgsgeschichte: Zahlreiche Radfahrer und Autofahrer nutzen die beliebte Ferienstraße für einen Rundkurs oder einen Tagesausflug. Die Besucher schätzen die Fahrt durch die nordwestdeutsche Landschaft mit ihren Fehnkanälen, den Klappbrücken, den historischen Mühlen, den Backsteinkirchen und dem Moor.
Tatsächlich gibt es das beliebte Angebot schon seit nunmehr 30 Jahren. Eröffnet wurde die Fehnroute im Jahr 1992 auf einer fehntypischen weißen Klappbrücke – und zwar in Augustfehn. Im Jubiläumsjahr soll nun auch ein Podcast (Audio-Datei) erstellt werden, bei dem unter anderem auf die Aper Lieblingsorte hingewiesen wird. Der Podcast wird in der Sendereihe „Radioreise“ produziert und auch bei 60 Radiosendern ausgestrahlt. Die Zuhörer können so eine akustische Rundreise unternehmen.
173 Kilometer
Auch wenn nur ein kleiner Teil der insgesamt 173 Kilometer langen Route auf Aper Gebiet verläuft, so bringt die Fehnroute doch zahlreiche Touristen ins Ammerland. Manche nutzen auch die Übernachtungsmöglichkeiten in der Gemeinde Apen, wie Ulrich Schmunkamp, Koordinator der Deutschen Fehnroute, weiß. „Es gibt nicht nur verschiedene Unterkünfte, darunter auch ein Biker-Hotel, sondern auch drei Wohnmobilstellflächen“, zählt er auf. Manche Gäste wenden sich aber nicht nur an die Deutsche Fehnroute direkt, sondern auch an die Touristik in Apen für Beratung, Buchung oder die Bitte um Informationsmaterial.
Radwandern beliebt
Durch die Pandemie sei das Interesse am Urlaub in Deutschland und insbesondere am Radtourismus gestiegen, erklärt der Routenkoordinator. Das belegen die Buchungszahlen bei den Radwanderern. Nach den Unterlagen der Deutschen Fehnroute hatten im Jahr 2020 noch 153 Personen in 47 Gruppen eine Reise mit Gepäcktransfer im Fehngebiet gebucht. 2021 waren es 192 Personen mit 55 Gruppen. Die Zahl der Zimmervermittlungen stieg um das Dreifache, heißt es in der Bilanz. Und auch die aktuellen Zahlen lassen auf einen positiven Saisonabschluss 2022 hoffen.
Dabei, so die Experten, sei das nur ein Bruchteil der erfassten Gäste. Denn die meisten buchen und organisieren ihre Tour selbst und nutzen dabei das bereitgestellte Informationsmaterial. Auch Tagesausflügler werden nicht registriert.
Zählstelle in Remels
Allerdings gibt es auf dem Radweg eine Zählstelle in Remels, deren Daten bis Ende Juni bereits ausgewertet wurden. So weiß Schmunkamp, dass in diesem Jahr bis zu diesem Zeitpunkt genau 8888 Radler auf der Strecke in oder aus Richtung Augustfehn unterwegs waren. Wegen des guten Wetters im Juli und August rechnen die Organisatoren mit deutlich ansteigenden Zahlen. Im Vergleichszeitraum waren es im vorigen Jahr nur 7545 Radfahrerinnen und Radfahrer. „Es ist ein sehr erfolgreicher Radsommer gewesen, wir hatten viele Nachfragen“, sagt Schmunkamp. Auch die Buchungen von Pauschalangeboten mit und ohne Gepäcktransfer seien gut gelaufen. Zudem gebe es die Möglichkeit, nicht nur den gesamten Rundkurs zu absolvieren, sondern ihn zu teilen. Auch einzelne Abschnitte werden abgefahren.
Neben der Fehnroute, die seit 30 Jahren dazu beitrage, die einzigartige Fehnkultur bekannter zu machen, gebe es aber auch noch weitere Angebote für Radler. Schmunkamp nennt hier die örtlichen Themenrouten sowie das Knotenpunktsystem, mit dem jeder seine individuelle Strecke zusammenstellen könne.
