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Ärger mit der EWE im Ammerland Wenn Jugendschutz für Senioren gilt

Zappen durch die Fernsehprogramme (Symbolbild): Das ist für viele selbstverständlich. Ärger mit den Fernsehprogrammen hatte jetzt ein Westersteder, nachdem sein Glasfaseranschluss ausgetauscht worden war.

Zappen durch die Fernsehprogramme (Symbolbild): Das ist für viele selbstverständlich. Ärger mit den Fernsehprogrammen hatte jetzt ein Westersteder, nachdem sein Glasfaseranschluss ausgetauscht worden war.

dpa

Westerstede - „Ich war schon ziemlich sauer, dass ich eine ganze Zeitlang nicht wie gewohnt abends das im Fernsehen sehen konnte, was ich gern wollte“, sagt ein 80-Jähriger aus Westerstede (der Name ist der Redaktion bekannt). „Ich konnte nicht ’mal mehr Talkshows sehen.“ Auf dem Bildschirm sei dann stets der Hinweis erschienen, dass das Programm aus Jugendschutzgründen nicht freigeschaltet sei. Das sei nur über eine Pin möglich und eine solche hatte der Westersteder nicht.

Kein Computer

„Ich besitze nämlich keinen Computer und einen solchen hätte ich benötigt, damit ich diese persönliche Identifikationsnummer per Mail erhalten könnte“, berichtet der Senior. Doch keinen PC zu besitzen, sei ja bei seinen Jahrgängen nichts Ungewöhnliches.

Begonnen hatte der Ärger, als die EWE seinen Glasfaseranschluss umgestellt habe. Das Radio lief weiterhin, das Telefon funktionierte, nur am Fernseher gab es abends die Probleme. Der Westersteder wendete sich mehrfach an die Hotline des Versorgungsunternehmens. Die Mitarbeiter des telefonischen Services schickten schließlich einen Techniker. Doch auch der konnte nicht weiterhelfen. „Ich bekam immer nur dieselbe Antwort. Man könne mir nicht helfen, wenn ich keinen Computer besäße, weil die Pin eben nur per Mail verschickt werde. Ich kann das nicht glauben. Bei Banken bekommt man doch auch die Pin für sein Konto per Post zugeschickt. Warum ist das bei der EWE nicht möglich und Senioren ohne PC werden so ausgegrenzt?“ Parallel dazu hatte sich der Westersteder auch an eine Firma für Elektro und Kommunikationstechnik gewendet. Doch auch dort verwies man auf die fehlende Pin.

Mailkontakt gängig

Wie dazu Katharina Schütz, Pressesprecherin bei der EWE, auf Anfrage dieser Redaktion mitteilte, sei der Versand von Zugangsdaten für einen Internetdienst oder auch die Kundenkommunikation per Mail bei der EWE das gängige Verfahren. Bei Kunden, die einen Internetvertrag abschließen würden, ginge man davon aus, dass dieser Anschluss auch genutzt werde. In dem Fall des Westersteders, den die EWE als Einzelfall sieht, habe der Kundenservice Kontakt aufgenommen, um das Pin-Problem zu klären.

Inzwischen kann der Senior wieder alle Programme sehen – ohne den Hinweis auf den Jugendschutz – und ohne, dass ihm eine Mail zugeschickt wurde.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
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