Herrenhausen/Wiefelstede - Plänen für einen Solarpark auf drei Flächen in Herrenhausen hat eine Mehrheit des Wiefelsteder Bauausschusses einen Riegel vorgeschoben. Ein Antrag der bayerischen IBC Solar AG fand in der jüngsten Sitzung des Gremiums keine Zustimmung. Es war der mittlerweile fünfte Antrag auf Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage in der Gemeinde Wiefelstede, der abgelehnt wurde. Zuvor waren bereits Pläne auch örtlicher Antragsteller abgewiesen worden.
Neun Megawatt
Die IBC Solar AG wollte auf zwei Flächen nördlich und einer Fläche südlich der Wapeldorfer Straße Solarmodule aufstellen – auf insgesamt rund acht Hektar. Die Anlage sollte eine Gesamtleistung von neun Megawatt haben. Mit dem erzeugten Strom könnten mehrere tausend Haushalte versorgt werden. Um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, wäre die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens erforderlich. Dies lehnten CDU, FDP und UWG allerdings ab.
Hartmut Bruns (FDP) begründete die Entscheidung mit den auch zuletzt genannten Argumenten. Zum einen stünde schon ausreichend Energie zur Verfügung. Zum anderen fehlte es an Netzen und Speichermöglichkeiten für den Solarstrom, der mit den Freiflächen-Photovoltaikanlagen erzeugt werden würde. Die Wiefelsteder CDU hatte in der Vergangenheit stets darauf verwiesen, dass sie Solarparks auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ablehnt. Außerdem gebe es auf dem ehemaligen Fliegerhorst bereits einen großen Solarpark.
Derzeit Grünland
Wie die IBC Solar AG in ihrem Antrag schreibt, handele es sich bei dem Plangebiet um Grünland. Dieses würde im Zuge des Vorhabens zu einer artenreichen Blühwiese umgewandelt. So könnte es zu einem Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickelt werden. Die zu Rede stehenden Flächen befänden sich „im benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiet“. Diese Flächenkategorie sei nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz vergütungsfähig.
Das Gebiet der Gemeinde Wiefelstede besteht zu mehr als 70 Prozent aus landwirtschaftlichen Flächen. Bisher auch von Bürgern aus der Gemeinde gestellte Anträge zeigen, dass diese ihr Land gerne nutzen würden, um darauf Solarparks zu bauen. Die Mehrheit der Politik verwehrt dies jedoch. Kleinere Anlagen wären dessen ungeachtet möglich, rechneten sich aber nicht, wie die Antragsteller in der Vergangenheit deutlich machten.
Klimaschutzkonzept
Im Klimaschutzkonzept der Gemeinde heißt es angesichts der eigentlich vorhandenen Möglichkeiten, dass die Gemeinde Wiefelstede über „ein sehr erhebliches, bislang ungenutztes Leistungsvermögen für die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen“ verfüge – insbesondere auch „durch die Nutzung solarer Energie“. Empfohlen wird in dem Konzept auch, dass eine Potenzialstudie erstellt werden sollte. Auch dagegen sprach sich die Mehrheit der Politik bisher jedoch aus.
Klimaschutzmanager Erik Baumann, der das Klimaschutzkonzept erstellt hatte, hat die Gemeinde Wiefelstede zwischenzeitlich verlassen. Für seine Nachfolge gebe es Bewerbungen. Unter Beteiligung der Fraktionen sollen nun Vorstellungsgespräche stattfinden, teilte die Gemeindeverwaltung im Bauausschuss mit.
Der nun abgelehnte Antrag der IBC Solar AG dürfte derweil nicht der letzte bleiben, dem die Umsetzung verwehrt bleiben wird. Auf Nachfrage teilte Bauamtsleiterin Jessica zu Jeddeloh im Bauausschuss mit, dass sie davon ausgehe, dass in Kürze wohl zwei weitere Anträge zu erwarten seien.
