Edewecht - Kräftig anpacken können sie: Fünf Jungs und ein Mädchen der Jugendfeuerwehr Husbäke sind gerade dabei, einen Saugschlauch zusammenzusetzen und an eine Pumpe anzuschließen. „Das geht ganz schön auf den Rücken“, sagt einer der Jungs. Die Schlauchelemente sind schwer. Ein Teil wiegt etwa 15 Kilo. Und dann muss auch noch die Verbindungsstelle genau getroffen werden. Gar nicht so leicht. Aber im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen und das Team gut zusammenspielen. Auch die aktiven Kameradinnen und Kameraden müssen das immer wieder üben.
Die Freiwillige Feuerwehr Husbäke wurde 1953 gegründet und feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Sie ist für die Ortschaften Husbäke und Süddorf zuständig. Das aktuelle Feuerwehrhaus wurde zuletzt 2009 umgebaut, dabei kam die Fahrzeughalle neu dazu.
In der aktiven Wehr (Altersgrenzen: 16 bis 67 Jahre) sind derzeit 45 Männer und sieben Frauen. Hinzu kommen zwölf Alterskameraden. Die Jugendfeuerwehr (Altersgrenzen: 10 bis 18 Jahre) gibt es seit 1994. Dort engagieren sich derzeit 23 Jungen und vier Mädchen, das Einzugsgebiet reicht von Jeddeloh über Edewechterdamm bis nach Osterscheps. Eine zweite Jugendfeuerwehr gibt es in Friedrichsfehn.
Vier Fahrzeuge hat die Ortswehr: Ein Löschfahrzeug LF 10 mit 1600 Liter Wassertank, für neun Personen; ein Tanklöschfahrzeug TLF 2000 mit 2000 Liter Wassertank, Allrad-Antrieb, bei Waldbränden nutzbar; ein Rüstwagen RW 1, mit Ausstattung für technische Hilfeleistungen, Teil des technischen Zugs der Kreisfeuerwehrbereitschaft Ammerland; ein Mannschaftstransportwagen MTW, für neun Personen.
45 Einsätze hatte die Ortswehr 2022. 14 davon fielen bei einem Sturm an einem einzigen Tag an, zwei waren schwere Verkehrsunfälle auf der B 401. Üblicherweise sind es zwischen 20 und 30 Einsätze pro Jahr.
Mit Spaß dabei
Die Arbeit mit den Schläuchen und den großen Maschinen macht Mia Addicks am meisten Spaß. Die 15-Jährige ist gerne bei der Jugendfeuerwehr: „Es gefällt mir sehr. Man lernt viel.“ Freunde und Klassenkameraden von ihr sind auch dabei, ihr Bruder und Vater sind in der aktiven Wehr.
Über die Verwandtschaft hat auch Luca Bunjes den Kontakt zur Feuerwehr bekommen. Sein Onkel ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Oldenburg. „Er hat mir viel gezeigt“, sagt der Zwölfjährige. Schon mit sechs Jahren fing er bei der Kinderfeuerwehr Ohrwege an. Für ihn ist sein Berufswunsch klar: „Ich möchte zur Berufsfeuerwehr.“ Seine Motivation? „Ich möchte den Leuten helfen.“
Keine Nachwuchssorgen
„Mit Nachwuchs haben wir keine Probleme“, sagt Ortsbrandmeister Rolf Komandel. Die Jugendfeuerwehr ist beliebt, 14 Personen stehen auf der Warteliste. „Wir haben deutlich mehr Nachfrage, als wir bewältigen können“, sagt Jugendwart Ole Friedrichs. Jedes Jahr wechseln etwa drei bis vier 16-Jährige in die aktive Wehr. Viele können es kaum erwarten, das erste Mal die richtige Einsatzkleidung tragen zu dürfen. „Das ist schon cool“, findet auch Paul Smit. Der 16-Jährige ist seit kurzem bei den Erwachsenen mit dabei und leitet jetzt selbst den neuen Nachwuchs an. Es macht ihm sehr viel Spaß, das Wissen weiterzugeben.
Auf ihrer Jahreshauptversammlung hat die Freiwillige Feuerwehr Husbäke einen Förderverein gegründet und sucht dafür Mitglieder. Sie ist die letzte Ortswehr in der Gemeinde Edewecht, die noch keinen hatte. Die Anträge werden gerade gedruckt, ein Konto muss noch eröffnet werden. Bis Ostern soll alles fertig sein, berichtet Ortsbrandmeister Rolf Komandel.
Zweck des Fördervereins ist, die Freiwillige Feuerwehr finanziell zu unterstützen, beispielsweise bei der Ausstattung der Jugendfeuerwehr. Der Jahresbeitrag liegt bei zwölf Euro und ist nach oben hin offen. Außerdem kann die Feuerwehr über den Förderverein von Spenden profitieren.
Damit ist er nicht allein. Fast alle der Betreuer waren selbst davor in der Jugendfeuerwehr, berichtet Friedrichs. Üblicherweise sind sie zu sechst, wenn der Nachwuchs zum Dienst kommt. Bei einem Termin sind bis zu 30 Kinder und Jugendliche dabei. Im Winter treffen sie sich alle 14 Tage, im Sommer wöchentlich. Highlight ist das einwöchige Zeltlager.
Die Jugendfeuerwehr bedeute sehr viel Aufwand, sagt Ortsbrandmeister Rolf Komandel. „Viele sehen nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt.“
Ehrenamtlich engagiert
Alles leisten die Kameradinnen und Kameraden neben den normalen Diensten, ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Aber: „Alle machen es super gerne“, sagt Ole Friedrichs. „Vor allem, weil die Kinder mitspielen.“
Freuen sich über die engagierten Mitglieder der Jugendfeuerwehr: Ortsbrandmeister Rolf Komandel (links) und Jugendwart Ole Friedrichs.
Marlis Stein
Wasserversorgung aufbauen: Erst müssen die schweren Schlauchteile gekuppelt und dann an die Pumpe angeschlossen werden.
Marlis Stein
Auch wichtig: Knoten lernen.
Marlis SteinDas zeigt sich auch bei diesem Termin: Die Jungs und Mädchen sind alle sehr konzentriert und engagiert bei der Sache. Rumgealbert wird nicht, alle wollen mit anpacken und etwas lernen. Ob jeder Handgriff sitzt, zeigt sich dann bei Wettbewerben wie dem Kreisentscheid. Bei dieser Veranstaltung stellen Jugendliche aus dem ganzen Ammerland ihr Können unter Beweis. Die Jugendfeuerwehr aus Husbäke ist dort immer wieder erfolgreich, einmal konnte sie drei Jahre hintereinander den ersten Platz sichern, erzählt Friedrichs. „Da wollen wir wieder hin.“
In einer Serie stellt unsere Redaktion die Ortsfeuerwehren in der Gemeinde Edewecht vor. Die anderen Artikel finden sich unter folgenden Links:
Teil 1: Friedrichsfehn
Teil 2: Edewecht
Teil 3: Jeddeloh II
Teil 4: Osterscheps
