Friedrichsfehn - Langsam fährt der Bus auf die Temposchwelle im Verbindungsweg in Friedrichsfehn zu. Kurz vorher bremst der Fahrer noch einmal deutlich ab und fährt im Schritttempo über die Schwelle. Ein wahrnehmbares, aber gedämpftes Geräusch entsteht, als der zweite Teil des Gelenkbusses über das Hindernis hinweg rollt.
Würde es immer so gehen, hätten Anwohner wie Mareike Göbel, Hans Peter Ahlers, Brigitte Queißer und Rainer Schwarz keine Probleme mit dem Busverkehr – sie begrüßen sogar, dass die Linie 309 seit Dezember 2019 eine direkte Verbindung in die Stadt Oldenburg herstellt.
Die neue Buslinie 309 fährt von Friedrichsfehn aus über Petersfehn und Wildenloh von Montag bis Freitag im 30-Minuten-Takt nach Oldenburg. Die Linie ist seit Mitte Dezember 2019 unterwegs und zunächst für zwei Jahre angelegt.
Die Route gehört zur Preisstufe B. Eine Einzelfahrt für Erwachsene kostet 3,70 Euro und für Kinder (sechs bis 14 Jahre) 1,80 Euro. In Oldenburg endet die Fahrt am ZOB. Die Endhaltestelle in Friedrichsfehn ist die Grund- und Oberschule.
Doch die Realität sieht oft anders aus, berichten die Anwohner. „Es gibt Fahrer, die rücksichtlos darüberfahren, ohne die Geschwindigkeit zu reduzieren“, ärgert sich Mareike Göbel. In der 30er Zone befinden sich mehrere Temposchwellen. Für die unmittelbar anliegenden Häuser bedeuten diese eine Lärmbelästigung, wenn Busse – aber auch andere Fahrzeuge mit Anhängern – darüberfahren, ohne ihr Tempo zu drosseln.
Die Lage vor Ort
Von 5 bis 0.30 Uhr verkehren die Busse der Linie 309 zwischen Friedrichsfehn und Oldenburg. „In unserem Haus merkt man die Erschütterungen deutlich“, sagt Göbel. „Das sind richtige Druckwellen“, fügt Brigitte Queißer hinzu. Bei den Giebelbussen „knallt“ der hintere Teil auf den Boden, wenn die Temposchwellen überfahren werden, meint sie. Bei einer Nachbarin stoße die Fensterdeko immer gegen die Scheibe, wenn die Busse kommen. Rainer Schwarz wohnt einige Meter entfernt von einer Temposchwelle. „Im Garten spürt man die Erschütterungen trotzdem“, sagt er.
Wünsche der Anwohner
Für die Anwohner liegt die Lösung auf der Hand: Die Busfahrer sollen mehr Rücksicht nehmen und ihre Geschwindigkeit deutlich verringern. „Wir wünschen uns, dass die Busfahrer dafür ein Bewusstsein entwickeln“, meint Hans Peter Ahlers. Einige Fahrer würden bereits darauf achten – wie der eingangs erwähnte beim Ortstermin auch.
Auf den Busverkehr verzichten möchte hier keiner. Im Gegenteil: Alle begrüßen die neue VWG-Linie. „Wir finden es gut, dass die Busse jetzt hier fahren“, sagt Brigitte Queißer.
Was sagt die VWG?
In mehreren Schreiben hatten sich die Anwohner an das Verkehrsunternehmen VWG gewandt. Dort sind die Vorwürfe bekannt. „In der Vergangenheit haben uns bereits einige Beschwerden erreicht“, sagt eine Sprecherin. Diese seien auch alle beantwortet worden – bis auf zwei Schreiben, die erst kürzlich eingegangen sind und sich noch in Bearbeitung befinden würden.
Die VWG nehme die Beschwerden ernst. „Wir geben das selbstverständlich auch immer an unsere Fahrer weiter, so dass diese in dem Bereich besonders auf die baulichen Gegebenheiten achten“, führt die Sprecherin weiter aus. Darüber hinaus handele es sich um eine recht neue Linie: „Aktuell befinden wir uns mit der Gemeinde im engen Kontakt, ob hier für die Zukunft gegebenenfalls Veränderungen vorgenommen werden müssen, um eine Belästigung durch unnötige Fahrgeräusche zu vermeiden.“
