Friedrichsfehn - Temposchwellen und Gelenkbusse – das verträgt sich nicht gut. Am Verbindungsweg in Friedrichsfehn gibt es deshalb schon seit Längerem immer wieder Ärger (unsere Redaktion berichtete). Die Anwohner fühlen sich durch das teils heftige Geräusch gestört, das die Busse verursachen, wenn sie zu schnell über die Aufpflasterungen an der Straße fahren. „Unsere Häuser bekommen immer mehr Risse, an einer Stelle beginnt die Straße abzusacken“, behauptet Anwohnerin Mareike Göbel.
Die Situation sei unverändert. „Leider haben die Berichterstattung und viele weitere Beschwerden mehrerer Anwohner immer nur kurzzeitige Verbesserungen gebracht“, meint die Anwohnerin. Ein erster Vorschlag der VWG war es, die Temposchwellen abzubauen. Das hielten die Betroffenen für keine gute Lösung. Denn: „Das fühlt sich hier jetzt schon an wie eine Autobahn“, sagte Anwohner Hans Peter Ahlers damals. Im Verbindungsweg gilt 30 km/h als Tempolimit.
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Temposchwellen ausbessern
In einem Schreiben an die Anwohner teilt das Busunternehmen mit, dass das weitere Vorgehen inzwischen mit der Gemeinde Edewecht abgestimmt worden sei. Demnach strebe die Verwaltung „eine Aufbesserung der bestehenden Aufpflasterungen an und prüft derzeit Angebote für die Umsetzung“. Die Bodenwellen sollen so „harmonisiert“ werden, dass die Busse diese besser überfahren können, um ein „Knallen“ zu minimieren.
Die Buslinie 309 fährt von Friedrichsfehn aus über Petersfehn und Wildenloh von Montag bis Freitag im 30-Minuten-Takt nach Oldenburg. Der Bus fährt aber nicht nur unter der Woche, sondern auch an Sonn- und Feiertagen – und das bis 23.45 Uhr ab ZOB. Die Linie ist seit Mitte Dezember 2019 unterwegs und zunächst für zwei Jahre angelegt. Danach werde der tatsächliche Bedarf analysiert, so die VWG.Die Route gehört seit Anfang des Jahres zur Preisstufe I. Eine Einzelfahrt für Erwachsene kostet jetzt 2,55 Euro und für Kinder (sechs bis 14 Jahre) 1,25 Euro. Ein Tagesticket der Preisstufe I kostet 7 Euro für eine Person.
In Oldenburg endet die Fahrt am ZOB. Die Endhaltestelle in Friedrichsfehn ist die Grund- und Oberschule.
Neben den vorhandenen Bodenwellen soll der Verkehr im Verbindungsweg durch alternative Maßnahmen beruhigt werden. Heißt: Es soll dafür gesorgt werden, dass die Fahrzeuge langsamer fahren. Die VWG nennt hier beispielsweise gesondert ausgewiesene Parkzonen oder Blumenkübel, die von der Gemeinde in einem ganzheitlichen Verkehrskonzept in Betracht gezogen würden. Damit sollen die Fahrer dazu gebracht werden, langsamer zu fahren.
Fahrer werden sensibilisiert
Gleichzeitig habe das Verkehrsunternehmen seine Fahrer erneut sensibilisiert, die Bodenwellen „mit entsprechend angepasster Geschwindigkeit zu befahren“. Alle Fahrerinnen und Fahrer würden ständig angeleitet, die Verkehrsregeln und insbesondere die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten genauestens zu beachten. „Wir begrüßen daher ausdrücklich regelmäßige Kontrollen der Verkehrsbehörden und Ahndungen bei Verstößen“, teilt die VWG mit.
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Gleichzeitig stellt der Verkehrsbetrieb fest, dass die baulichen Verhältnisse am Verbindungsweg nicht den Anforderungen einer modernen ÖPNV-Trasse erfüllen. Diese seien geschaffen worden, als dort noch kein regelmäßiger Linienbusbetrieb stattfand. „So haben wir im Oldenburger Sodenstich eine vergleichbare Herausforderung mit Aufpflasterungen“, schreibt die VWG. Dort würden die Bodenwellen auch bei geringen Fahrgeschwindigkeiten der Busse „erhebliche Erschütterungen und Fahrgeräusche durch Abbrems- und Beschleunigungsvorgänge“ auslösen: „Nicht zuletzt auch zu Lasten des Fahrgastkomforts“.
Nicht für Linienbusse geeignet
Eine Passage lässt die Anwohner aufhorchen: „Beachtlich finde ich den Satz, dass der Verbindungsweg baulich nicht für Linienbusse ausgelegt ist“, meint Göbel. Dennoch seien bauliche Veränderungen geplant – „und das obwohl die Linie ja erstmal nur zur Probe hier durchfährt“. Die Buslinie 309 gibt es am Verbindungsweg erst seit Mitte Dezember. Die VWG will zwei Jahre lang prüfen, wie der Bedarf auf dieser Strecke aussieht.
Nun erwartet das Busunternehmen, dass durch die Anpassungen an den Temposchwellen ein erster Kompromiss gefunden werden kann. Hierzu sei das Unternehmen mit der Gemeinde weiter im ständigen Austausch.
