Friedrichsfehn - Das Wetter war unangenehm am Samstagvormittag, als sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Friedrichsfehn, begleitet von den erwachsenen Feuerwehrmitgliedern, wie viele andere Helfer im Ammerland auf den Weg machten, um ausrangierte Tannenbäume einzusammeln. Das Aufwuchten vom Boden auf den Hänger der Traktoren mag am Anfang nicht schwer gewesen sein, doch nach gut sechs Stunden Arbeit schmerzten auch trainierten Menschen Arme und Schultern.

Seit gut fünf Jahren bietet die Jugendfeuerwehr Friedrichsfehn das Einsammeln der ausrangierten Tannenbäume an. Aber nicht ganz nutzlos. Eine kleine Spende für die Arbeit der Jugendfeuerwehr wird dabei gern entgegengenommen. „Keiner muss das Abholen der Bäume bezahlen. Wir nehmen alle mit, die zu diesem Zeitpunkt an den Straßenrändern liegen. Natürlich freuen wir uns über Spenden, auch wenn sie noch so klein sind“, erklärte Ortsbrandmeister (OBM) Uwe Hilgen.

Alle 14 Mitglieder der Jugendfeuerwehr waren an diesem Tag im Einsatz. In sechs Gruppen, bestückt mit sechs bis acht Personen, wurden die Bäume eingesammelt. „Wir haben hier feste Gruppen, die sich in den vergangenen Jahren gebildet haben, und wir haben dieselbe Route. Das macht einiges einfacher“, erklärte Jannik, der bei dieser Aktion von Anfang an dabei ist. „Mit Hartmut Deeken, der für die Jugendfeuerwehr verantwortlich ist, wurde damals das Ganze entwickelt. Bei der Bevölkerung kommt die Aktion sehr gut an“, wusste Uwe Hilgen zu berichten.

Jannik half nicht nur, die Tannenbäume auf die Hänger zu reichen, er sammelte auch die Spenden ein. Um dafür zu sorgen, dass das gespendete Geld auch tatsächlich den Empfänger erreicht, wurde die Bevölkerung gebeten, keinen Briefumschlag mit Geld an den Bäumen zu befestigen. Die Feuerwehrkameraden klingelten deshalb direkt an den Haustüren. „Es kam schon vor, dass sich jemand belästigt fühlte und doch recht unwirsch reagierte“, weiß Jannik zu berichten. „Ich glaube, ich kann damit aber jetzt gut umgehen. Persönlich nehme ich das nicht.“

Während es am Vormittag zumindest noch etwas trockener war, setzte ab Mittag verstärkt der Regen ein. Das tat dem Engagement der jungen Leute allerdings keinen Abbruch. Jeder weiß, wofür er sich bei dieser Aktion einsetzt.

„Hier kommen mehr als 1000 Euro zusammen. Dieses Geld brauchen wir, um Sachen für die Jugendfeuerwehr, ob Spiele oder verschiedene Freizeitaktionen, finanzieren zu können“, erklärte Jannik. „Und es ist eine gute Sache für den Ort und für unsere Feuerwehr, die auch ein bisschen Werbung betreibt. Mitglieder brauchen wir immer wieder“, ergänzte Uwe Hilgen, bevor Jannik und er den nächsten Baum auf den Anhänger reichten.